Agora Energiewende: Prinzip „Efficiency First“ braucht rechtlichen Rahmen

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Das Prinzip Efficiency First braucht einen rechtlichen Rahmen. Die Denkfabrik Agora Energiewende hat im Rahmen einer Kurzanalyse zentrale Elemente eines künftigen Energieeffizienzgesetzes erarbeitet. Gleichberechtigt neben dem Ausbau Erneuerbarer Energien gehöre zu den wesentlichen Zielen der Energiewende auch der effizientere Umgang mit Energie, so Agora Energiewende.

Bis 2050 soll der Primärenergiebedarf in Deutschland halbiert und die Sanierungsrate verdoppelt werden. Die Energieeffizienz reduziere nicht nur den Bau von Erzeugungsleistung, sondern auch den Ausbau von Infrastruktur, wie etwa Stromleitungen. Infolgedessen führe die Vermeidung einer kWh Strom zu einer volkswirtschaftlichen Ersparnis von elf bis 15 Cent. Im Stromsystem allein könnten somit jährlich mehr als 21 Mrd. € eingespart werden.

Dennoch werden laut der Denkfabrik Energieffizienzmaßnahmen sowohl im Strom- als auch im Wärmebereich bisher nur schleppend umgesetzt. Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass es bislang an einem Gesamtkonzept mangele, das das bisherige System von Abgaben, Umlagen und Steuern auf unterschiedliche Energiearten umfassend in den Blick nimmt. Eine Vielzahl widersprüchlicher Regelungen stehe hier einer effizienten und flexiblen Sektorkopplung im Weg.

Mehr an Effizienz meistens günstiger zu haben als ein Mehr an Erzeugung

Aufgrund zahlreicher Einzelregelungen in unterschiedlichen Gesetzen sei diese Situation in einem ersten Schritt am besten mit einem Energieeffizienzgesetz zu ändern. Es würde dem Prinzip Efficiency First folgen. Dahinter stecke die Erkenntnis, dass ein Mehr an Effizienz meistens günstiger zu haben sei als ein Mehr an Energieerzeugung. Deshalb sollte bei allen energiepolitischen Entscheidungen zuallererst geprüft werden, ob der kurz- und langfristige Ausgleich von Energienachfrage und Energieangebot nicht günstiger durch eine höhere nachfrageseitige Effizienz hergestellt werden kann als durch den Zubau von Erzeugungskapazitäten, heißt es in der Analyse. Neben verbindlichen Effizienzzielen sollte das Effizienzgesetz entsprechende Organisations-, Entscheidungs- und Berichtsstrukturen in legislativen und exekutiven Prozessen verankern. Zudem müsse es künftig die dauerhaft stabile Finanzierung von Effizienzmaßnahmen sicherstellen.

Energieeffizienzgesetz muss sektorübergreifend angelegt sein

„Angesichts der Mengen an Erneuerbaren Energien, die im Wärmesektor gebraucht werden, darf ein Energieeffizienzgesetz nicht beim Strom aufhören, sondern muss sektorübergreifend angelegt sein“, sagt Alexandra Langenheld, die Co-Autorin der Studie. Das gelte umso mehr, als dass künftig immer mehr Wärme von Wärmepumpen, also mit Hilfe von Strom, bereitgestellt werden werde. Diese Wärme sollte nicht verschwendet werden, denn nur so könnten der Stromverbrauch in etwa auf dem heutigen Niveau gehalten und die ambitionierten Klimaschutzziele zu den geringsten Kosten erreicht werden.

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