Abwärme von H&M Rechenzentrum für Stockholmer Fernwärmenetz

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Quelle: Stockholm Data Parks

Das schwedische Textilhandelsunternehmen H&M will in Stockholm ein Rechenzentrum bauen, bei dem von Anfang an die Wärmerückgewinnung und Kühlung integrativ erfasst werden. Die Abwärme wird dabei vom Energieversorger Fortum Värme zurück gewonnen und an Fernwärmekunden in ganz Stockholm weitergeleitet, heißt es in einer Mitteilung von Stockholm Data Parks, einer Kooperation von Fortum Värme mit der Stadt Stockholm, dem Netzbetreiber Ellevio und dem Glasfasernetzbetreiber Stokab.

Das H&M-Rechenzentrum soll 2018 seinen Betrieb aufnehmen. Es sei für eine Leistung von einem MW ausgelegt und könne bei voller Auslastung ca. 2.500 moderne Wohnungen beheizen. Das Modeunternehmen betreibe die Wärmerückgewinnung in seinen Rechenzentren bereits seit dem Jahr 2013.

Wärmerückgewinnung für Rechenzentren der Zukunft “unerlässlich”

„So, wie wir Altkleider für die Wiederverwendung und das Recyceln sammeln, wird es für Rechenzentren der Zukunft unerlässlich sein, überschüssige Wärme wiederzugewinnen“, sagt Jan Lundin, der Leiter der Rechenzentren von H&M. Die von dem Textilhandelsunternehmen gewählte Lösung nutzt Wärmepumpen in einer N+1 Konfiguration. Die Abwärme wird vom Rechenzentrum über die Wärmepumpen direkt in der erforderlichen Temperatur (85°C) in das Fernwärmenetz eingespeist.

Wie der Leiter der Stockholm Data Parks bei Fortum Värme, Erik Rylander, erklärt, seien fast 90 Prozent aller Gebäude in Stockholm an das Fernwärmenetz angeschlossen. Die schwedische Hauptstadt sei eine der wenigen Städte in der Welt, in der die Wärmerückgewinnung großer Rechenzentren in industriellem Maßstab genutzt werden könne. Das langfristige Ziel sei, zehn Prozent des Heizbedarfs der Stadt aus wieder verwendeter Abwärme zu decken.

Interxion, Ericsson und Bahnhof liefern bereits Abwärme an Fortum Värme

Die kürzlich gestartete Kooperation Stockholm Data Parks will nach eigenen Angaben mit dem Hinweis auf die erreichbare Wärmerückgewinnung in großem Maßstab bedeutende Betreiber von Datencentern zu ermutigen, sich in Stockholm anzusiedeln. Beispiele für andere Rechenzentrumsbetreiber, die bereits Abwärme an Fortum Värme liefern, seien Interxion, Ericsson und Bahnhof. 

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