Abwärme der BSW soll Kehl und Straßburg heizen

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Die industrielle Abwärme aus der Stahlproduktion der Badischen Stahlwerke (BSW) soll in die Wärmenetze der beiden Grenzstädte Straßburg und Kehl eingespeist werden. Hierzu haben die Eurométropole Strasbourg, die Stadt Kehl und die BSW eine Absichtserklärung unterzeichnet, wie aus einer Mitteilung des Umweltministeriums Baden-Württemberg hervorgeht.

Das Projekt wird von der Région Grand Est und dem Land Baden-Württemberg unterstützt. Weiterer Partner ist das Unternehmen BK Bioenergie, das für seinen Produktionsstandort in Kehl ebenfalls Abwärme der BSW nutzen will.

Bereits in einem ersten Ausbauschritt sollen 45 GWh Abwärme in das Straßburger Wärmenetz eingespeist sowie 35 GWh an die BK Bioenergie geliefert werden. Nach und nach sollen dann das Wärmenetz der Stadt Kehl und weitere Wärmekunden im Hafen Kehl an die Wärmetrasse angeschlossen werden. Für das Straßburger Wärmenetz ist laut der Mitteilung zudem vorgesehen, die Wärmeabnahme bei der BSW mittelfristig zu verdoppeln.

Gründung einer Wärmetransportgesellschaft

Zunächst soll jetzt eine Wärmetransportgesellschaft gegründet werden, die sich vor allem um die Finanzierung der Wärmetrasse und die Einkopplung der Abwärme ins Wärmenetz Straßburgs kümmern werde. Daran werden sich die Stadt Kehl und das Land Baden-Württemberg auf deutscher sowie die Eurométropole Straßburg und die Région Grand Est auf französischer Seite beteiligen.

Für das grenzüberschreitende Infrastrukturprojekt, das eine Rheinquerung beinhalten wird, ist eine mehrjährige Realisierungszeit vorgesehen. Laut Machbarkeitsstudie sind dazu in der ersten Ausbaustufe Investitionen von rund 25 Mio. € nötig.        

Vertieften Hintergrund zum Thema finden Sie in unserem Dossier (Premium):

Potenziale der Abwärmenutzung

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