Abstandsregel reduziert Windkraftpotenzial um bis zu 26 Prozent

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Windenergieanlagen Kirche
Symbolbild (Quelle: wkbilder - stock.adobe.com)

Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) hat untersucht, welche Auswirkungen der laut Gesetzesentwurf geplante Mindestabstand von 1.000 Metern zu kleineren Siedlungen auf das Windkraftpotenzial hätte. Anhand ihres Regionenmodells FREM und des darin enthaltenen Windszenariotools kommt die FfE zu dem Ergebnis, dass die Mindestabstandsregel eine erhebliche Reduzierung des Windkraftpotenzials zur Konsequenz hätte.

Dabei muss nach Ansicht der Forschungsstelle im Bereich der Erneuerbaren Energien vor allem die Windenergie stark ausgebaut werden, um die Klimaziele zu erreichen. Diese habe das größte technische Potenzial zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien.

Die in einem aktuellen Gesetzesentwurf der CDU geplante 1.000-Meter-Abstandsregelung zu Siedlungen, insbesondere die Annahme, dass mit einer Wohnsiedlung bereits eine Ansammlung von 5 Häusern gemeint ist, würde das Ziel, bis zum Jahr 2030 65 Prozent des Strombedarfs über Erneuerbare Energien zu decken, erheblich erschweren. Es würde sich nicht nur das Flächenpotenzial verringern, sondern auch bereits installierte Anlagen wären betroffen.

Nach einer aktuellen Auswertung der FfE stehen heute 50 Prozent der Windenergieanlagen weniger als 1.000 Meter von der nächsten Siedlung mit mindestens 3 – 6 Einwohnern entfernt und wären damit durch diese Regelung direkt betroffen.

Potenzial in ausgewiesenen Flächen unter Berücksichtigung eines zusätzlichen Abstands zu Siedlungen. Angaben in GW. (Quelle: Forschungsstelle für Energiewirtschaft)

Das ausgewiesene Flächenpotenzial für Windenergie würde sich mit der neuen Abstandsregelung um 20 Prozent, im Süden des Landes sogar um 30 Prozent reduzieren. Dabei nehme das Potenzial in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich ab. In den Stadtstaaten und Sachsen würde sich das Potenzial um 70 bis 90 Prozent reduzieren. In den Flächenstaaten um 10 bis 35 Prozent. Im Süden Deutschland mit ohnehin sehr ungünstigen Bedingungen würde sich das Windkraftpotenzial weiter verschlechtern.

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