Forscher optimieren Hochlast-Reaktor für Güllevergärung

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Forscher der FH Münster haben im Projekt „Grüne Kaskade“ gemeinsam mit Projektpartnern einen Hochlast-Reaktor für die Biogaserzeugung entwickelt. Wie die FH Münster mitteilte, eignet sich der Reaktor besonders für dünnflüssige biogene Reststoffe wie beispielsweise Presswässer und Wirtschaftsdünger. Erste Ergebnisse deuten der Fachhochschule zufolge auf eine signifikant gesteigerte Effizienz durch das neue Reaktormodell hin. Zudem könnten wichtige, nicht abgebaute Nährstoffe, wie zum Beispiel Stickstoff, im Anschluss effektiv genutzt werden.

Hintergrund des Projekts ist die Forderung der EU-Kommission an Deutschland, die Nitratwerte zu senken. Deshalb sieht die neue Düngeverordnung, die am 31. März im Bundesrat beschlossen wurde, strengere Regeln vor, wie zum Beispiel eingeschränkte Düngeperioden. In dem Projekt „Grüne Kaskade“ haben die Projektpartner folglich einen Hochlast-Reaktor auf den Einsatz dünnflüssiger Reststoffe optimiert, um die energetische Güllenutzung voranzubringen.

Potenzial tierischer Ausscheidungen für Bioenergie lange nicht ausgeschöpft

„Tierische Ausscheidungen wie Schweine- und Rindergülle, von denen im Münsterland besonders viel anfällt, erzeugen zwar weniger Biogas im Vergleich zur üblicherweise verwendeten Maissilage, das Potenzial ist jedoch noch lange nicht ausgeschöpft“, sagte Tobias Weide, Projektingenieur des Forschungsteams von Professor Christof Wetter am Fachbereich Energie – Gebäude – Umwelt der FH Münster. Damit biogene Reststoffe, wie zum Beispiel Gülle, effizienter vergoren werden können, ist unter anderem eine Anreicherung von Mikroorganismen in der Anlage erforderlich. Konventionelle Biogastechnik ermöglicht diese Anreicherung bisher nicht.

Im neuen Reaktor wird die Mikroorganismendichte durch innovative Technik gesteigert und dadurch die Abbaugeschwindigkeit erhöht. „Im Moment experimentieren wir mit Keramik-Füllkörpern, an denen die Organismen haften“, so Weide. Vorbild für sein Konzept ist die industrielle Abwassertechnik, in der es bereits Verfahren gibt, die die Mikroorganismen erfolgreich im System halten. „Die Branchen können wirklich viel voneinander lernen – man fragt sich, warum da nicht schon eher ein Austausch stattgefunden hat“, findet Weide. Mit der Entwicklung eines ähnlichen Verfahrens für den Abbau landwirtschaftlicher Reststoffe erreiche man eine neue Entwicklungsstufe für Biogasanlagen.

Neben der FH Münster sind der Bioenergiecluster Oost Nederland und PlanET Biogastechnik an dem Projekt beteiligt, das durch das Interreg-V-Programm unterstützt wird. Weitere Informationen stehen hier zur Verfügung.

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