Wie gelingt die Energiewende und wie können Akteure am Markt auf dem Weg zu 100 Prozent Erneuerbaren in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr mit innovativen Ideen Geld verdienen? Das sind zwei Schlüsselfragen der redaktionellen Arbeit von EUWID Neue Energie. Viele Antworten auf diese Fragen geben die Experten der Branche selbst.

In einer Reihe von Interviews hat die Redaktion von EUWID Neue Energie in den vergangenen Monaten führende Köpfe und Experten um ihre Einschätzung gebeten. Im folgenden Slider haben wir neun Zitate und Kernaussagen der Interviewpartner zusammengestellt.

Zur Fachmesse IFAT, die heute in München die Tore geöffnet hat, bietet EUWID Sonderkonditionen für unterschiedliche EUWID-Angebote. Auch für EUWID Neue Energie gibt es vergünstigte Konditionen für das Jahresabonnement. Die Aktion finden Sie hier.

 

9Philipp Schröder, sonnen

(Quelle: Sonnen/Christoph Neumann)
2030 wird kein einziges konventionelles Kraftwerk mehr gebaut. Elektroautos haben einen Anteil an Neuzulassungen von über 80 Prozent. Die Luftqualität in den deutschen Städten ist um ein Vielfaches besser als heute.

Sonnen-Chef Philipp Schröder hat für uns den Blick in die Energiezukunft geworfen. Die meisten EEG-Anlagen sind 2030 voll abgeschrieben und die Belastung der Verbraucher mit der EEG-Umlage verschwindet. Drei Millionen abgeschriebene Wind- und Solaranlagen produzieren zu Grenzkosten unter zwei ct/kWh.

Welche Perspektiven Schröder für sein eigenes Unternehmen und die Rolle von Community-Modellen in den kommenden Jahren sieht, lesen Premium-Kunden von EUWID Neue Energie hier. Das Interview ist auch Teil des im März erschienenen EUWID-Reports “Energiespeicher im Aufwind”.

8Ulrich Wagner, Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE)

(Quelle: FfE)
Speicher sorgen für den zeitlichen Ausgleich, Netze für den räumlichen Ausgleich. Daher sind beide zwingend erforderlich und der Ausbau muss aufeinander abgestimmt sein.

Prof. Ulrich Wagner von der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) beantwortet im EUWID-Interview Fragen zur Effizienz unterschiedlicher Flexibilitätsoptionen am Energiemarkt.

Er macht deutlich, dass es aus volkswirtschaftlicher Perspektive im Zuge der Energiewende um den richtigen Mix der eingesetzten Instrumente geht und nicht um Entweder-Oder-Ansätze. Und er geht auf die betriebswirtschaftlichen Risiken und Einsatzoptionen für Energiespeicher im gegenwärtigen Umfeld ein.

Das komplette Interview mit Prof. Wagner finden Sie hier (Premium).

7Urban Windelen, Bundesverband Energiespeicher (BVES)

(Quelle: BVES)
Die grundsätzlich positiven Punkte im Koalitionsvertrag beschränken sich letztlich auch wieder nur auf das Herumdoktern an Symptomen. Wesentlich wären grundlegendere Weichenstellungen, die dem gesamten Energiesystem und auch allen Speichertechnologien und -betriebsweisen zu Gute kämen. Damit meine ich die Verankerung von Speichern als eine eigenständige vierte Säule des Energiesystems.

BVES-Bundesgeschäftsführer Urban Windelen ordnet im EUWID-Interview die Abmachungen der GroKo im Koalitionsvertrag ein. Speicher seien nicht sinnvoll als Erzeuger zu klassifizieren, gleiches gelte für den Energietransport. Und “sie sind auf alle Fälle kein Letztverbraucher”.

Der EUWID-Themen-Stream Energiespeicher: Alle aktuellen Entwicklungen zu den boomenden Energiespeichermärkten. Mehr Infos gibt es hier.

Die Vielfältigkeit von Speichern, die der Verband mit dem Bild des multifunktionalen Schweizer Messers umschreibt, biete die Chance, dass Speicher mehrere Funktionen gleichzeitig ausfüllten und auch mit dieser Multi-Use-Fähigkeit im Zuge der Sektorkopplung die Energiewende voranbringen.

Das gesamte Interview mit Urban Windelen lesen Sie hier (Premium)

6Sönke Gödeke, Kanzlei Pinsent Masons

(Quelle: Pinsent Masons)
Nach meiner Beobachtung besteht bei vielen Energieversorgern Einigkeit darüber, dass die Blockchain Technologie das Potenzial hat, die Energiewirtschaft in den kommenden Jahren maßgeblich zu beeinflussen. Zur Umsetzung von Projekten auf Grundlage der Blockchain Technologie ist aber großes technisches Know-how erforderlich, das insbesondere in kleineren Einheiten bislang nicht vorhanden ist.

Die Blockchain ist ein Evergreen in der energiewirtschaftlichen Diskussion geworden. Sönke Gödeke beleuchtet im EUWID-Gespräch vor allem die rechtlichen Fragestellungen, mit denen sich etwa Energieversorger befassen müssen, wenn sie sich konkret mit der Umsetzung von Blockchain-Technologien befassen wollen.

Im Blickpunkt steht auch das Thema Sicherheit und Datensicherheit. “Noch immer wird das Thema Sicherheit in vielen Unternehmen nicht prominent genug gewürdigt. Oft fehlt es an einem ganzheitlichen Sicherheitskonzept, und zwar in Bezug auf das Unternehmen als Ganzes und in Bezug auf jedes einzelne Projekt oder Produkt.”

Das komplette Interview mit Sönke Gödeke finden Sie hier (Premium)

5Susanna Zapreva, enercity

(Quelle: Bilderraum / enercity)

Für uns ist die Digitalisierung keine Option, sondern ein Muss. Das wichtigste dabei ist aber, dass die Digitalisierung nicht die Basis unseres Geschäfts verändert. Im Fokus steht nach wie vor der Kunde, die Fähigkeit für ihn einen Wert zu schaffen und diesen zu monetarisieren. Die Digitalisierung eröffnet dafür ungeahnte Möglichkeiten und ermöglicht es Effizienzen unvorstellbaren Ausmaßes zu heben.

Enercity-Chefin Susanna Zapreva macht im EUWID-Gespräch deutlich, dass die Digitalisierung nicht “umgangen” werden kann. Viel besser ist es, wenn man sie nicht als Bedrohung, sondern als Chance wahrnimmt, um das eigene Geschäft zukünftsfähig zu machen.

“Die wichtigste Lektion für mich ist, dass es keine magische Formel für den Erfolg in einer digitalen Welt gibt”, sagt Zapreva. Es gebe auch nicht “DIE digitale Transformation”. “Der Schlüssel zum Erfolg wird in Zukunft die Fähigkeit zum Wandel sein und die Geschwindigkeit, mit der man diesen Wandel vollzieht.”

Das Interview mit Dr. Susanna Zapreva lesen Sie hier (Premium)

4Tina Flegel, Bundesstelle für Energieeffizienz (BfEE)

(Quelle: BfEE)
Die wichtigste Schnittstelle zum Kunden wird der qualifizierte Dienstleister bleiben, der es schafft, technologische Möglichkeiten in Mehrwerte zu übersetzen und Maßnahmen professionell umzusetzen.

Das BfEE hat gemeinsam mit Partnern eine empirische Analyse zum deutschen Markt für Energieeffizienzdienstleistungen vorgelegt. “Wir folgen der Einschätzung der 1.800 von uns befragten Anbieter von Energieeffizienzdienstleistungen und gehen davon aus, dass sich der Markt für Energieanalyse und -beratung, Energiemanagement und Contracting in den nächsten Jahren weiterhin positiv entwickelt”, sagt Flegel.

Technologische Entwicklungen und die wachsende Bedeutung der Energieeffizienz zum Schutz des Klimas eröffneten Energieeffizienzdienstleistern auch in den kommenden Dekaden fortwährend neue Chancen.

Hier geht’s zum kompletten Interview mit Dr. Tina Flegel (Premium)

3Solveig Wickinger, Trinavis

(Quelle: Trinavis)
Ich gehe davon aus, dass es unter den aktuellen Bedingungen nicht zu einem Boom an Mieterstromprojekten kommen wird. Aus meiner Sicht sind Anbieter momentan auch zurückhaltend vor dem Hintergrund, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen für die verschiedenen Förderungen in Abhängigkeit von der eingesetzten Technologie immer komplexer werden.

Das im vergangenen Sommer verabschiedete Mieterstromgesetz fördert nur Strom aus Photovoltaikanlage (PV-Anlagen). “Aus meiner Sicht ist die Förderung nicht weitreichend genug. So ist beispielsweise die Stromgewinnung aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) nicht Gegenstand des neuen Gesetzes, hier gilt weiter das KWKG”, macht Solveig Wickinger vom Beratungshaus Trinavis im EUWID-Gespräch deutlich.

Ihre Skepsis zur Entwicklung des Mieterstrommarkts wirkt berechtigt – zumindest sind bislang auf der Grundlage des neuen Gesetzes erst sehr wenige Projekte realisiert worden.

Das komplette Interview mit Solveig Wickinger finden Sie hier im Premium-Bereich.

2Anne Held, Fraunhofer ISI

(Quelle: Fraunhofer ISI)
Entgegen der Meinung vieler Kritiker ist die Förderung von erneuerbaren Energien nicht die Hauptursache für aktuell niedrige CO2-Preise. Stattdessen sind für niedrige Strommarktpreise andere Faktoren wie eine geringere Stromnachfrage als Konsequenz der Wirtschafts- und Finanzkrise verantwortlich.

Europäische Wissenschaftler haben sich in der Debatte um die Förderung erneuerbarer Energien mit einer überraschenden Erkenntnis zu Wort gemeldet: Die Energiewende wird billiger, wenn die Förderung nicht zu früh gestoppt wird.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsbericht von Experten des Fraunhofer ISI und weiterer europäischer Forschungseinrichtungen. Im Gespräch mit EUWID macht Projektleiterin Dr. Anne Held vom Fraunhofer ISI deutlich, dass mit geeignet gestalteten Fördersystemen die Erlösrisiken sinken und dies langfristig die Kosten des Systemumbaus senkt.

Hier geht’s zum vollständigen Interview (Premium)

1Claudia Kemfert, DIW Berlin

(Quelle: Oliver Betke)

Unternehmen ohne Frauen in Führungspositionen fehlt die Diversifikation und sie vertun Chancen. Es gibt Studien, die belegen, dass durch die Besetzung von Frauen in Leitungsgremien und Vorständen die Unternehmensergebnisse verbessert werden können. Es ist unverständlich, warum die wirtschaftlichen Chancen ungenutzt bleiben.

Claudia Kemfert verweist im EUWID-Interview auf Defizite beim Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Energiewirtschaft. Damit schneiden sich die Unternehmen aber gerade in einer Zeit des Wandels selbst ins Fleisch. Es falle auf, dass die “Unternehmen, die sich innovativen Geschäftsmodellen gewidmet haben, die Frauenquote erfüllen”, sagt Kemfert.

Der Zugang von Frauen zu den höchsten Führungspositionen müsse dringend verbessert werden. “Die Politik sollte Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf einführen und Unternehmen sollten zu mehr Transparenz aufgefordert werden, Transparenz sollte Pflicht werden.”

Das komplette Interview mit Prof. Claudia Kemfert finden Sie hier (Premium).

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