50Hertz und neu.sw errichten Power-to-Heat-Anlage

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Der Kurzzeitwärmespeicher soll im kommenden Jahr in Betrieb gehen.
Quelle: neu.sw

Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz und die Neubrandenburger Stadtwerke (neu.sw) realisieren gemeinsam eine Power-to-Heat-Anlage (P2H-Anlage). Wie die Unternehmen mitteilten, soll mit Hilfe der Anlage überschüssiger Strom aus Windkraftanlagen in Wärme für die Stadt Neubrandenburg umgewandelt werden. Vertraglich vereinbart sei, die Anlage mit einer Leistung von 30 Megawatt bis Ende 2023 auf dem Gelände der Stadtwerke zu errichten.

Bislang wurden wesentliche Teile der Strom- und Wärmeversorgung der Stadt Neubrandenburg über eine erdgasbetriebene Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage (KWK-Anlage) abgedeckt. In Zeiten, in denen das 50Hertz-Netz durch zu viel erneuerbar erzeugten Strom zu überlasten droht, wird zukünftig die Leistung der KWK-Anlage reduziert, um den überschüssigen Windstrom nutzen zu können. Dies wäre bislang mit Einschränkungen in der Wärmeversorgung verbunden gewesen – mit der neuen Power-To-Heat-Anlage aber kann diese Lücke bei der Wärmeversorgung geschlossen werden.

EnWG bildet Grundlage für Kooperation

Grundlage der Zusammenarbeit sei eine Regelung aus dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Im Jahr 2017 hat der Gesetzgeber den Übertragungsnetzbetreibern damit die Möglichkeit eingeräumt, mit einem KWK-Anlagen-Betreiber die Errichtung sowie den Betrieb einer P2H-Anlage vertraglich zu vereinbaren. Gemäß §13 Abs. 6a EnWG soll überschüssiger Strom in dem sogenannten Netzausbaugebiet nicht abgeregelt, sondern mithilfe von Power-to-Heat in Wärme transformiert und so genutzt werden. Zum Netzausbaugebiet zählen der nördliche Teil Niedersachsens sowie die Bundesländer Bremen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Die Kooperation von neu.sw und 50Hertz ist nach Angabe der beiden Unternehmen deutschlandweit die erste dieser Art. Die Investitionskosten von rund 14 Mio. € werden von 50Hertz getragen, für die Errichtung und den Betrieb der P2H-Anlage sind die Neubrandenburger Stadtwerke verantwortlich.

50Hertz befindet sich in finaler Ausgestaltung weiterer Verträge

50Hertz sucht noch nach weiteren Kooperationspartnern für ähnliche Anlagen. „Derzeit befinden wir uns mit weiteren Kraftwerksbetreibern in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg in der finalen Ausgestaltung solcher Vertragsabschlüsse, damit das ganze keine Eintagsfliege bleibt“, sagte Dirk Biermann, Geschäftsführer Märkte und Systembetrieb bei 50Hertz.

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