Längere Fristen für bereits in Ausschreibungen vergebene EEG-Projekte und die Korrektur der schädlichen Bürgerenergieregelungen im EEG 2017: Die Bundesregierung hat in der vergangenen Woche eine „kleine“ EEG-Novelle verabschiedet. Nicht wenige Akteure halten sie aber für zu klein, da zentrale Fragestellungen einmal mehr ausgeklammert wurden – und so geht auch das Warten auf die Streichung des 52-Gigawatt-Solardeckels weiter. Inzwischen sind bereits 50,1 GW des Volumens ausgeschöpft.

Der Titel der jetzt erschienenen Ausgabe 19.2020 von EUWID Neue Energie analysiert die Beschlüsse des Bundeskabinetts und zeigt anhand der Reaktionen aus der Energiebranche, welche dringlichen Aufgaben die Bundesregierung in Sachen Energiewende in nächster Zukunft zu bewältigen hat. Die Abschaffung des Solardeckels gehört dazu, aber auch die Definition der Ausbaupfade für die erneuerbaren Energien und eine geeignete Ausrichtung der Stellschrauben für die Post-EEG-Phase, die für viele Anlagenbetreiber im kommenden Jahr beginnt.

Eine Gruppe, die zu Beginn der Post-EEG-Phase besonders betroffen ist, sind die Betreiber von Altholzkraftwerken. „Das Ende der EEG-Förderung ist eine der größten Herausforderungen für die Altholz-Branche“, sagt Dieter Uffmann, der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands der Altholzaufbereiter und -verwerter (BAV), im EUWID-Interview. In den nächsten beiden Jahren gehen insgesamt 17 Anlagen mit einer installierten Leistung von 136 MW aus der EEG-Förderung. „Die Folgen für den Entsorgungsmarkt werden verheerend sein, wenn mehrere Kraftwerke den Betrieb einstellen müssen“, sagt Uffmann.

Noch ein weiteres für die Energiewende wichtiges Thema befindet sich auf politischer Ebene in der Warteschleife: Auch am 29. April hat das Bundeskabinett nicht über die Nationale Wasserstoffstrategie beraten. Ursprünglich stand das Thema schon im Dezember 2019 auf der Agenda. (Beitragsbild: EUWID)

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