5 Details zur TEAG-Jahresbilanz 2017

Fokus auf Erneuerbare, Elektromobilität und dezentrale Stromspeicher

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TEAG-Unternehmenszentrale
Quelle: TEAG

Der Erfurter TEAG-Konzern setzt auf erneuerbare Energien, Elektromobilität sowie dezentrale Stromspeicher und wagt einen vorsichtig optimistischen Ausblick auf 2018. Wie der Thüringer Energie Konzern in einer Mitteilung anlässlich der Vorlage seiner Geschäftszahlen für 2017 schreibt, plant er für das laufende Geschäftsjahr Investitionen in Höhe von 108 Mio. €.

Die wirtschaftliche Entwicklung der TEAG werde stark von energiepolitischen Entscheidungen und Gesetzesänderungen beeinflusst, vor allem von der Novellierung der Anreizregulierung, dem Strommarktgesetz, dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende oder dem Netzentgeltmodernisierungsgesetz. Dennoch rechnet das Unternehmen auch in 2018 mit einer stabilen Entwicklung des operativen Ergebnisses.

1Geschäftsjahr 2017 mit leichter Umsatz- und Gewinnsteigerung

Im Geschäftsjahr 2017 hat der TEAG Konzern mit leichter Umsatz- und Gewinnsteigerung seine Marktposition als führender Anbieter von Energie- und Infrastrukturdienstleistungen in Thüringen behauptet, heißt es. Mit 71,05 Mio. € liegt der Jahresüberschuss etwa eine Mio. € über dem Vorjahreswert. Die Umsatzerlöse betrugen 2017 insgesamt 1,683 Mrd. €, knapp 90 Mio. € mehr als im Vorjahr.

„Die TEAG hat im fünften Jahr in Folge erneut die Prognosen des Verkaufsgutachtens erfüllt, die 2013 Planungsgrundlage für die Kommunalisierung des Unternehmens darstellten. Wir haben uns in den vergangenen Jahren konsequent aus eigener Kraft als kommunales und eigenständiges Energieversorgungsunternehmen weiterentwickelt. Und dies trotz unverändert schwieriger Marktverhältnisse und unsicherer energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen“, erklärte TEAG-Vorstandssprecher Stefan Reindl. Leicht über der Planung liegt der Jahresüberschuss von rund 71 Mio. €. Dazu hätten alle Geschäftsfelder des Unternehmens beigetragen.

2Höhere Umsätze bei Strom, Erdgas und Telekommunikation

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Der Umsatzanstieg sei im Wesentlichen auf einen höheren Umsatz im Stromgeschäft sowie der Telekommunikation zurückzuführen. So betrug 2017 der Stromabsatz rund 7.100 GWh, das sind etwa 1.100 GWh mehr als im Vorjahr. Der Konzern-Jahresüberschuss 2017 lag mit 71,05 Mio. € über dem Vorjahreswert von 70,04 Mio. € (2015: 65,69 Mio. €). Der Bilanzgewinn sichert den Kommunen eine hohe Dividende, heißt es. Der Aufsichtsrat hat den kommunalen Aktionären empfohlen, für ihre Aktien aus dem Bilanzgewinn der TEAG eine Dividende von 20 € pro Aktie auszuschütten.

Mit 5.120,3 GWh konnte der Erdgasabsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 440 GWh gesteigert werden. Über ein Drittel des Erdgasabsatzes erfolgte dabei im Segment der Privatkunden. Die Mengensteigerung beruht vor allem auf Zuwachs bei den Stadtwerken, neuen Produkten, neuen Vertriebskanälen (u.a. Direktvertrieb) und der Ausweitung des Kundenstammes außerhalb Thüringens. Der Kundenbestand konnte so spürbar erweitert werden.

3Bis 2020 über 400 öffentliche Ladesäulen geplant

Quelle: Stockwerk-Fotodesign – stock.adobe.com

Die TEAG legte im vergangenen Jahr einen starken Fokus auf die Zukunftsthemen Elektromobilität und dezentrale Stromspeicher. Sie startete 2017 zusammen mit allen Thüringer Stadtwerken und Energieversorgungsunternehmen den Aufbau einer flächendeckenden Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge. Im Zuge dieser kommunalen Ladenetzkooperation wurden bis Jahresende 2017 rund 150 öffentliche Ladestationen in Betrieb genommen. Bis 2020 sollen es über 400 öffentliche Ladesäulen werden – die Projektpartner haben sich dabei den Angaben zufolge nicht nur auf eine einheitliche Ladetechnik sondern vor allem auch auf ein einheitliches Zugangs- und Abrechnungssystem geeinigt.

Begünstigt u.a. durch die Förderung im EEG ist im Geschäftsjahr 2017 der Einbau von Stromspeichersystemen vor allem in Verbindung mit Photovoltaikanlagen gestiegen. Zum Jahresende waren Stromspeicher mit einer Kapazität von rund 4.300 kWh im Netz der Thüringer Energienetze GmbH & Co. KG (TEN) installiert. Die mit PV-Anlagen gekoppelten Stromspeicher – meist Lithium-Ionen-Speicher – können zudem mit Ladeboxen für Elektroautos erweitert werden.

4Über 18.000 dezentrale Erzeuger speisen ins TEN-Netz ein

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Im Geschäftsjahr 2017 wurden weitere 628 Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien mit einer Gesamtleistung von 86,2 MW an das von der TEN betriebene Stromnetz angeschlossen. Konkret gingen mehr als 600 Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 22,1 MW sowie 21 Windenergie-Anlagen mit einer Leistung von 63,5 MW ans Netz. Insgesamt hat sich im Jahr 2017 die Zahl der Erneuerbaren-Energien-Anlagen im Netz der TEN auf rund 18.100 erhöht, was einer installierten Leistung von 2.300 MW entspricht.

5Erzeugung von Ökostrom verzeichnet ein leichtes Plus

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In eigenen regenerativen Erzeugungsanlagen erzeugte die TEAG im vergangenen Jahr 20,5 GWh Öko-Strom (Vorjahr 20,3 GWh). Der Großteil stammt dabei aus Wasserkraftwerken an der Werra in Spichra, Mihla und Falken, gefolgt von drei eigenen Windkraft-Anlagen und eigenen Photovoltaik-Anlagen.

In den konventionellen Kraftwerken der TEAG, vorwiegend an den Standorten Jena, Bad Salzungen, Grabe, Merxleben und Ibenhain, wurden 426,3 GWh Strom erzeugt (Vorjahr 423,3 GWh). Der Strom wurde hauptsächlich vom eigenen Vertrieb vermarktet. Hinzu kommt die konventionelle Stromerzeugung bei der EMS Rudolstadt Schwarza mit 134,1 GWh.

Im Bereich Telekommunikation war das abgelaufene Geschäftsjahr unverändert geprägt vom Ausbau des thüringenweiten Glasfasernetzes. Seit 2009 hat die Thüringer Netkom GmbH rund Thüringer 470 Orte im ländlichen Raum mit Glasfaser erschlossen.

Bericht: Streit um Abrechnung von Ladestrom in Thüringen

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