Der Bundesverband Energiespeicher (BVES) hat seine Vorstellungen von einem Energiesystem 2030 in zehn Leitlinien zusammengefasst. Die Perspektive ist dabei klar: Speicher müssen in ihrer Bedeutung als zentrales Element eines flexiblen dezentralen und sektorgekoppelten Energiesystem nicht nur erkannt, sondern auch regulatorisch gewürdigt werden.

„Dass Speicher systemisch notwendig sind, wird von keinem mehr bezweifelt. Wie sie aber ihr großes Potential auch einbringen können, dazu haben wir nun die notwendigen Schritte festgeschrieben“, sagt Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer BVES.

Nach den Thesen, die der Verband bei einer Klausurtagung in Wilsdruff bei Dresden ausgearbeitet hat, wird das EEG keine wesentliche Grundlage mehr für das Energiesystem 2030 darstellen. „Jedenfalls müssen Speicher regulatorisch außerhalb des EEG verankert werden“, betont der Verband.

Sektorkopplung: Weg vom reinen Stromsystem

Im Fokus müsse ein verursachergerechter CO2-Preis in allen Sektoren stehen sowie eine erfolgreiche Transition von einem begrenzten Strom- zu einem vereinigten Energiesystem mit flexibler Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität stehen, heißt es beim Verband. „Das Energiesystem 2030 setzt dabei zunehmend auf dezentrale Lösungen; alle Systemdienstleistungen werden dabei transparent bepreist und können zusammen mit Energie und Leistung regional und lokal dynamisch und automatisiert gehandelt werden.“

In Arbeitsgruppen, Beiräten und Fachgruppen, in denen nach Verbandsangaben mehr als 200 Experten aus Unternehmen und Instituten der Energiewirtschaft vertreten sind, werde der BVES nun daran arbeiten, die Leitlinien mit jeweils einem Aktionsprogramm zu untermauern.

Die zehn Leitlinien des BVES für das Energiesystem 2030 im Überblick:

1Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)

Das EEG ist 2030 nicht mehr die wesentliche rechtliche Grundlage für das Energiesystem.

2CO2-Preis

Es gelten verursachergerechte CO2-Preise in allen Sektoren.

3Speicher als vierte Säule

Speicher sind die 4. Säule im System neben Erzeugung, Transport und Verbrauch.

4Durchlässige Sektoren

Zwischen den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität existieren keine Grenzen mehr: Vom Stromsystem zum Energiesystem.

5NOVA-Prinzip

NOVA – Netzoptimierung vor Ausbau: Wettbewerb & Transparenz bestimmen den Netzausbau, Kosten werden durch alternative Flexibilitäten wie z. B. Speicher optimiert.

6Regularien enden am Netz-Übergabepunkt

Die energierechtlichen Regularien enden am Netz-Übergabepunkt: Der Bürger (Prosumer/Industrie) entscheidet ob und wie er seine eigene Energie- und Wärmeversorgung dimensioniert und betreibt.

7Variable Preise für Leistung und Arbeit

Zeitlich variable Preise für Leistung und Energie: Die Leistung ist ein wesentliches Element der Preisgestaltung für den Endverbraucher.

8Systemdienstleistungen im Markt

Systemdienstleistung im Markt: Alle Systemdienstleistungen und weiteren symstemdienlichen Leistungen sind transparent bepreist und werden gehandelt.

9Energiesystem regional und lokal

Energie, Leistung und Systemdienstleistungen werden auch regional und lokal dynamisch und automatisiert gehandelt.

10Energiesystem frei und flexibel

Bürger schließen sich temporär und unkompliziert zu lokalen Energie-Gemeinschaften zusammen und handeln Energie frei und flexibel untereinander.

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