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Sicherheitskonzepte für das Stromnetz der Zukunft

Rechtsinformatiker der Universität des Saarlandes befassen sich im Rahmen des Sinteg-Verbundprojektes „Designetz“ mit Sicherheitskonzepten für Smart Meter und Smart Grids.
Bildquelle: Oliver Dietze/Universität des Saarlandes
26.01.2017 − 

Die Universität des Saarlandes befasst sich im Rahmen des Sinteg-Verbundprojektes „Designetz“ mit Sicherheitskonzepten für Smart Meter und Smart Grids. „Im intelligenten Stromnetz werden massenhaft personenbezogene Daten gesammelt, die rechtlich geschützt sind. Wir verwenden kryptographische Verfahren, um diesen Schutz umzusetzen und sie vor Missbrauch und unbefugtem Zugriff zu sichern“, erläutert Rechtsinformatiker Prof. Christoph Sorge.

In seiner Forschung am Saarbrücker Center for It-Security, Privacy & Accountability (CISPA) und am Institut für Rechtsinformatik der Universität des Saarlandes hat er sich darauf spezialisiert, die IT-Sicherheitstechnologie mit den Erfordernissen aus Recht und Praxis in Einklang zu bringen. „Wir forschen daran, die juristischen Anforderungen etwa aus dem Datenschutz mit der passenden Technologie umzusetzen“, erklärt er.

„Im Smart Meter-Projekt entwickeln wir Sicherheitskonzepte, die zum einen die Anforderungen des Datenschutzes, insbesondere des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende erfüllen. Zum anderen müssen unsere Konzepte gewährleisten, dass die Daten auch anonymisiert in hoher Qualität ausgewertet werden können“, führt Sorge aus. Dazu gehöre, dass das System schnell sein müsse. Je zügiger die Daten vorlägen, desto besser könne der Bedarf vorhergesagt werden. „Also wäre es keine praktikable Lösung, die Daten nur in größeren Zeitintervallen zu übertragen“, so Sorge. Es sei aber sinnvoll, sie so zu verrauschen, dass ein Rückschluss auf einzelne Stromnutzer und ihre Profile nicht möglich sei, etwa dadurch, dass man die Daten einer Anzahl von Haushalten bündele. Die Arbeitsgruppe von Sorge arbeite dabei bereits seit einiger Zeit mit spanischen Forschern aus Lleida (Katalonien) zusammen. Europaweit befassten sich nur wenige Forscher mit solchen Fragestellungen.

„Wir werden unsere bisher abstrakten Modelle der kryptographischen Verfahren anhand echter Daten aus dem Stromnetz testen. Darüber hinaus gehen wir verschiedenen Fragestellungen nach, etwa wie Daten so sparsam wie möglich erhoben werden, wo die Grenze von ordnungsgemäßem Daten-Gebrauch und Missbrauch liegt, oder ob die Anonymisierung der Daten rückgängig gemacht werden könnte und wie dies verhindert werden kann“, erläutert der Forscher.

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