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Monitoringbericht: Sektorkopplung als Schlüsselthema der Energiewende

Die Bundesregierung hat in der vergangenen Woche den Monitoringbericht zur Energiewende verabschiedet. EUWID Neue Energie stellt ihn in der letzten Ausgabe des Jahres 2016 vor.
EUWID Neue Energie 51/52-2016
21.12.2016 − 

Die Sektorkopplung ist neben der Digitalisierung ein Schlüsselthema, das die Zukunft der Energiewende in Deutschland prägen wird. Dieses Bild zeichnet der fünfte Monitoringbericht zur Energiewende, den das Bundeskabinett in der vergangenen Woche verabschiedet hat.

Die volkswirtschaftlich effiziente Integration von Strom-, Wärme- und Verkehrssektor leiste einen zunehmenden Beitrag zur Dekarbonisierung und Effizienzsteigerung sowie zur weiteren Flexibilisierung des Energiesystems, heißt es in dem Bericht.

In der letzten Ausgabe des Jahres 2016 widmet sich EUWID Neue Energie mit der Frage, welchen Blick die Bundesregierung auf die Sektorkopplung hat und welche Maßnahmen ihren Fortschritt begünstigen. Die am 21. Dezember erschienene Ausgabe umfasst insgesamt 36 Seiten und beschreibt mit 104 Nachrichten, Berichten und Analysen die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen Woche zum Umbau des Energiesystems. Der Überblick über sämtliche Themen der Ausgabe kann hier abgerufen werden.

Neben der Sektorkopplung spielt die Digitalisierung mit Blick auf die integrierte Entwicklung des Energiesystems eine zentrale Rolle. Gerade größere Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien seien in der Regel bereits heute mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik ausgestattet, heißt es im Monitoringbericht. Um erneuerbare Energien mit ihrem fluktuierenden Dargebot optimal in das Stromsystem zu integrieren, sei es wichtig, dass jederzeit Informationen zur Leistung abgerufen und die Leistung gegebenenfalls angepasst werden könne.

Im Jahr 2015 waren den Angaben zufolge bereits mehr als 77 Prozent der installierten Leistung aus erneuerbaren Energien sowohl fernsteuer- als auch fernmessbar. Durch Fernsteuerbarkeit werden Anlagenbetreiber und Direktvermarkter technisch in die Lage versetzt, bei Bedarf die Einspeisung zu drosseln oder die Anlage abzuregeln, wenn die Marktsituation dies erfordert.

Aber wie geht es angesichts der zunehmenden Bedeutung von Sektorkopplung und Digitalisierung als Flexibilitätsinstrumenten mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien weiter? Bei der Beantwortung dieser Frage geht es auch um die Novelle des EEG und des KWKG. Der Bundestag hat am 15. Dezember im Rahmen des „Gesetzes zur Änderung der Bestimmungen zur Stromversorgung aus Kraft-Wärme-Kopplung und zur Eigenversorgung“ einige Verbesserungen für die Erneuerbare-Energien-Branche beschlossen. Am folgenden Tag hat der Bundesrat zugestimmt, so dass das Gesetz wie geplant zum 1. Januar 2017 in Kraft treten kann.

Neben Änderungen an der Gesetzgebung im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sind auch Korrekturen am EEG enthalten. Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) begrüßt die nun getroffene Festlegung, dass die erneuerbaren Energien Vorrang vor fossilen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen haben. „Wir werden uns sehr dafür einsetzen, dass die Vorrangregelung für erneuerbare Energien gegenüber fossilen und nuklearen Anlagen künftig gelebte Rechtspraxis wird“, bekräftigt Harald Uphoff, kommissarischer Geschäftsführer des BEE. Der BEE sehe hier sowohl die Bundesnetzagentur als auch die Netzbetreiber in der Pflicht, geltendes Recht umzusetzen.

Die Verbände der Bioenergiebranche begrüßen, dass der Bundestag einige Webfehler des unter großem Zeitdruck im Sommer verabschiedeten EEG korrigiert hat. So ist nun eine Regelung gefunden worden, nach der eine Befreiung von der Stromsteuer für die Betreiber nicht unweigerlich zum Verlust der EEG-Vergütung führt. Vielmehr wird künftig die EEG-Vergütung um die Höhe der Stromsteuerbefreiung verringert, sodass Anlagen mit Stromsteuerbefreiung weder besser noch schlechter dastehen als andere Anlagen. Damit wurde eine zentrale Forderung der Verbände weitgehend umgesetzt und für mehrere Hundert Anlagenbetreiber der zugesicherte Investitions- und Vertrauensschutz gewahrt, die ansonsten ihre EEG-Vergütung verloren hätten.

EUWID Neue Energie 51/52-2016 stellt die veränderten Regelungen des EEG und des KWKG vor und ordnet sie anhand der Bewertungen der Fachverbände in ihrer Bedeutung für Projektierer und Anlagenbetreiber ein. Hintergründe zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes finden sich auch im aktualisierten Dossier zum EEG 2017.

Weitere Themen in der aktuellen Ausgabe von EUWID Neue Energie:

  • Von den Stromgestehungskosten zum Systemwert: Die IEA spricht sich dafür aus, die positiven und negativen externen Effekte des Ausbaus der erneuerbaren Energien in konkreten Stromsystemen zu berücksichtigen und zu bewerten.
  • Neue Biogasanlagen nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll zu betreiben: Zu dieser Einschätzung gelangt die Bio-Construct GmbH aus Melle, die Biogas-, Windenergie- und Photovoltaikprojekte in Europa realisiert. Folglich will das Unternehmen beim Neubau von Biogasanlagen weiter verstärkt auf Europa setzen.
  • MVV steigert Anteil Erneuerbarer an der Stromerzeugung auf 58 Prozent: Der Mannheimer Versorger gilt als einer der Vorreiter der Energiewende. Inzwischen stammt mehr als eine Terawattstunde Strom aus regenerativen Quellen. Die Gruppe befasst sich parallel zum Ausbau der Erneuerbaren auch mit der Frage, wie mehr fluktuierender Erneuerbaren-Strom in das System integriert werden kann.

EUWID Neue Energie erscheint wöchentlich und zeigt in kompakter Form, welche Trends und Geschäftsmodelle auf dem Weg zum Strommarkt der Zukunft entstehen und nachhaltig sind. Die Publikation bringt das Wesentliche auf den Punkt und spart den Lesern damit Zeit. Wenn Sie EUWID Neue Energie kostenlos und unverbindlich testen wollen, dann schauen Sie einfach hier vorbei.

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