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Kampagne „Klima First“ fordert von Parteien mehr Engagement bei der Energiewende

Unter dem Namen „Klima First“ fordert eine jetzt ins Leben gerufene Kampagne eine deutlich stärkere Ausrichtung der Parteiprogramme an den Bedürfnissen des Klimaschutzes.
Bildquelle: Uwe Schlick / pixelio.de
20.03.2017 − 

Unter dem Namen „Klima First“ fordert eine jetzt ins Leben gerufene Kampagne eine deutlich stärkere Ausrichtung der Parteiprogramme an den Bedürfnissen des Klimaschutzes.

„Für den drastischen Wandel, der nun notwendig ist, brauchen wir dringend eine handlungsfähige, informierte und motivierte Politik, welche regulierend in die richtige Richtung geht“, schreiben die Initiatoren auf der Seite klima-first.de. „Ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen gehören deshalb in diesem Wahljahr auf die Agenda einer politischen Partei, wenn sie für uns wählbar sein soll.“ Die Idee hinter der Kampagne besteht darin, dem Ansinnen der Initiative durch ein persönliches Statement ein Gesicht zu geben.

Erst kürzlich hatte der Wissenschaftler Prof. Volker Quaschning von der HTW Berlin in einem Vortrag auf dem 32. Symposium Photovoltaische Solarenergie in Bad Staffelstein eindringlich darauf verwiesen, dass die bestehenden Politikansätze nicht ausreichend seien, um den Herausforderungen der Sektorkopplung vor dem Hintergrund des Klimawandels zu begegnen. „Wir brauchen eine Radikalveränderung, um dieses Klimasystem überhaupt noch retten zu können“, sagte Quaschning. „Wir haben keine derzeit im Bundestag vertretene Partei, die ein Konzept hat, wie wir den Klimaschutz hier in Deutschland realisieren können.“

Quaschning rechnet vor, dass eine umfassende Sektorkopplung trotz aller Anstrengungen im Bereich der Energieeffizienz eine Verdopplung der Stromnachfrage mit sich bringen werde. Benötigt würden bis zum Jahr 2040 eine installierte Leistung von 200 GW Windkraft onshore und 76 GW offshore. Mehr sei aus Akzeptanzgründen nicht realistisch.

Die fehlenden Strommengen müssten in erster Linie durch die Photovoltaik beigesteuert werden. Hier sei ein Anstieg der installierten Leistung auf 400 GW erforderlich, der sich hälftig auf Freiflächen und Gebäude verteilen könnte. Benötigt würden dafür insgesamt 0,6 Prozent der Landesfläche. Auch kostenseitig rechne sich die beschleunigte Energiewende, da die fortlaufend anfallenden Kosten für den Import von Kohle und Öl bereits nach wenigen Jahren das Niveau erreichten, das für Investitionen in die neue Anlagentechnik in der notwendigen Größenordnung erforderlich sei.

Die Idee zur Kampagne Klima first ist im sozialen Netzwerk Facebook entstanden. Die Facebook-Gruppe „Europäische Energiewende“ umfasst inzwischen mehr als 10.000 Mitglieder, die sich zum Umbau der Energiesysteme in Deutschland und Europa austauschen.

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