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Die drei größten Hemmnisse für Mieterstrom

Eine aktuelle Studie des BMWi beleuchtet die Rahmenbedingungen für Mieterstrom. Die wichtigsten Hemmnisse sind im Folgenden zusammengestellt.
Bildquelle: Wirsol
28.01.2017 − 

Die Prognos AG und die Kanzlei Boos Hummel & Wegerich haben im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) die Rahmenbedingungen für Mieterstrom unter die Lupe genommen.

Die Mieterstromstudie des BMWi stellt Potenziale und Hemmnisse einer weiteren Verbreitung von Mieterstrommodellen zusammen. Im Folgenden sind die drei wichtigsten Hemmnisse für einen flächendeckenden Durchbruch von Mieterstrom auf der Grundlage der Studie aufgeführt:

1. Verlust einer bestehenden erweiterten Gewerbesteuerkürzung

  • Soweit die Aufnahme einer Tätigkeit als Mieterstromlieferant zum Verlust einer bestehenden erweiterten Gewerbesteuerkürzung führen könnte, wird ein Wohnungsunternehmen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten von diesem Geschäftsmodell in aller Regel Abstand nehmen; die andernfalls entstehende, volle Gewerbesteuerpflicht kann durch die zu erwartende Rendite aus der Mieterstromversorgung in keinem Fall aufgewogen werden. Rechtliche Gestaltungsmöglichkeiten um diese Konsequenz zu umgehen, beispielsweise durch die Gründung von Tochtergesellschaften zur Mieterstromversorgung, sind mit erheblichem organisatorischem und gesellschaftsrechtlichem Aufwand verbunden, welcher die Rentabilität derartiger Modelle in der Praxis häufig entfallen lässt. Dies ist ein Hemmnis, das allerdings nur für Wohnungsunternehmen gilt.

2. Pflicht zur Zahlung der vollen EEG-Umlage auf Strom aus Solaranlagen

  • Die Pflicht zur Zahlung der vollen EEG-Umlage auf Strom aus Solaranlagen, der innerhalb einer Kundenanlage an Mieter geliefert wird, beeinträchtigt die Wirtschaftlichkeit einer Mieterstromversorgung unmittelbar. Für Strom, der aus Solaranlagen unmittelbar an Mieter innerhalb derselben Kundenanlage geliefert wird, kann auch keine Förderung nach dem EEG in Anspruch genommen werden. Diese Rechtslage führt nach Einschätzung der Studienautoren im Ergebnis dazu, dass der erzeugte Strom durch Einspeisung in das Netz der allgemeinen Versorgung häufig wirtschaftlich vorteilhafter genutzt werden kann als durch einen Vertrieb an die Mieter.

3. Aufwand für die Messung und Abgrenzung der gelieferten Strommengen

  • Der elektrotechnische und finanzielle Aufwand, der für die Messung und Abgrenzung der gelieferten Strommengen innerhalb einer Kundenanlage betrieben werden muss, fällt in aller Regel dem Betreiber der Kundenanlage zur Last. Die Umsetzung eines tauglichen Messkonzepts erfordert eine enge Abstimmung mit dem jeweils zuständigen Betreiber des Versorgungsnetzes der allgemeinen Versorgung. Die hierdurch entstehenden Fixkosten und der anfallende administrative Aufwand können erheblich sein und im Ergebnis die Wirtschaftlichkeit von Mieterstrommodellen, insbesondere in Gebäuden mit einer überschaubaren Anzahl an Wohneinheiten, schmälern. In diesem Bereich gibt es mittlerweile aber einige Förderprogramme auf Landesebene.

Weitere Informationen zum Thema Mieterstrom finden sich im Dossier "Mieterstrom: Hemmnisse, Potenziale und Ausblick"

 

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