Studie: Solarstrom und Solarwärme können hohen Anteil des Haushaltsenergiebedarfs abdecken
Mit Solarstrom und Solarwärme können Haushalte schon heute einen erheblichen Teil ihres Energieverbrauchs selbst produzieren. Darauf weist der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hin und bezieht sich auf eine Studie des Ingenieurbüros für neue Energien (IfnE).
Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt könne demnach auf Jahressicht bis zu 40 Prozent seines Strombedarfs mithilfe der eigenen Solaranlage decken. Solarthermieanlagen könnten je nach Gebäudetyp und Anlagengröße zwischen 8 und 60 Prozent der benötigten Wärme für Warmwasser und Heizung liefern.
Laut der Studie kann selbst genutzte Solarenergie für den erwähnten Haushalt aktuell ein Sparpotenzial zwischen 220 € und 300 € pro Jahr erschließen. Bis 2020 könne sich dieser Vorteil auf jährlich 640 € bis 990 € vergrößern, heißt es weiter. „Mit Investitionen in Solarstrom und Solarwärme können die Bürger direkt zum Gelingen der Energiewende beitragen“, sagte Ursula Heinen-Esser, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, anlässlich der Präsentation der Studie zum Auftakt der „Woche der Sonne“.
Die Studie beleuchtet unter anderem die Möglichkeiten zum Eigenverbrauch von Solarstrom vor dem Hintergrund der aktuellen Vorlage zur Änderung der Einspeisevergütung im Rahmen des EEG. Wer seit 1. April 2012 eine Photovoltaikanlage neu in Betrieb genommen hat, wird laut der geplanten Neuregelung rückwirkend nicht mehr für 100 Prozent des ins Netz eingespeisten Solarstroms eine Vergütung erhalten, sondern ist aufgefordert, einen bestimmten Anteil selbst zu verbrauchen oder zu vermarkten. Dies betrifft laut BSW-Solar vor allem auch private Betreiber von Photovoltaikanlagen auf dem Hausdach. Da die Vermarktung des Solarstroms für private Betreiber kleinerer Dachanlagen in der Regel zu aufwändig sei, stelle die Regelung de facto eine Verpflichtung zum Eigenverbrauch dar, stellt die Studie fest.
Derzeit speist die Mehrheit der Besitzer von Photovoltaikanlagen ihren Solarstrom komplett ins öffentliche Netz ein. Neben der Einspeisung gewinne der Direktverbrauch des Solarstroms im eigenen Haushalt aber eine wachsende Bedeutung für die rasche Refinanzierung der Anlageninvestition. So könne ein Vier-Personen-Haushalt, der einen Teil des Solarstroms direkt verbraucht, im Vergleich zur Einspeisung bereits heute einen finanziellen Vorteil von jährlich etwa 30 € erzielen. Bis 2020 werde dieses Sparpotenzial voraussichtlich auf bis zu 150 € pro Jahr steigen, prognostiziert die Studie. Hinzu kommen die Einnahmen durch die Einspeisevergütung.
Der BSW-Solar ruft in diesem Jahr zum sechsten Mal zu der Aktionswoche auf. Partner der Woche der Sonne sind unter anderem die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), die Handwerksverbände ZVEH, ZVSHK und ZDH sowie der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB). Bundesweit sind vom 4. bis 13. Mai mehr als 5.000 Veranstaltungen geplant.
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