Strompreis-Debatte: PV-spezifischer Anteil der EEG-Umlage steigt bis 2020 nur noch um 0,35 ct/kWh
FDP-Chef Philipp Rösler hat jüngst seine Kritik an der EEG-Förderung wiederholt. Insbesondere die Photovoltaik ist Rösler und den Liberalen ein Dorn im Auge. Experten weisen zuletzt aber vermehrt darauf hin, dass die Zusatzkosten für den Ausbau insbesondere der viel gescholtenen Photovoltaik nur noch geringfügige Steigerung der Strompreise begründen können.
Schon in der Mittelfristprognose der Übertragungsnetzbetreiber zur Entwicklung der EEG-Umlage vom Oktober 2012 wird deutlich, dass die Förderkosten für die Photovoltaik vom heutigen Niveau von rund 8 Mrd. € ausgehend nur noch wenig steigen werden. Einerseits führt die Kostendegression bei der Vergütung dafür, dass Solarstrom aus neuen Anlagen seit Jahresbeginn mit maximal 17 ct/kWh abgegolten wird, nachdem etwa 2009 noch bis zu 43 ct/kWh gezahlt wurden. Anderseits stellt der Ausbaudeckel von 52 GW sicher, dass jenseits des heute bereits erreichten Niveaus von etwas mehr als 32 GW weniger als 20 GW an Solarleistung überhaupt noch in den Genuss einer staatlichen Förderung kommen wird.
Auch die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission, die das Monitoring der Energiewende begleitet, verweist in ihrer Stellungnahme zum Monitoringbericht vom Dezember 2012 auf die Wirkung des Auslaufens der Förderung von Solarstrom in Deutschland. „Bei Erreichen des 52 GW-Deckels im Jahr 2020 erhöht sich der photovoltaikspezifische Teil der EEG-Umlage von 2,30 ct/kWh (2013) um 0,35 ct/kWh auf 2,65 ct/kWh (2020)“, heißt es in der Stellungnahme. Das Fraunhofer ISE sieht den Anteil der PV an der EEG-Umlage „ohne Fremdkosten“ im Jahr 2013 bei 1,38 ct/kWh. Entsprechend günstiger sieht in dieser Betrachtung die Gesamtbilanz nach Auslaufen der Förderung mit Erreichen des 52-GW-Deckels aus.
Nach 2012 steigt die Fördersumme für die Photovoltaik von 8 Mrd. € noch weiter an, jedoch falle die Zunahme deutlich geringer aus als in den Vorjahren, betont die Expertenkommission für das Energiewende-Monitoring. Bei Erreichen der 52 GW im Jahr 2020 erhöhe sich die Summe noch bis Entwicklung der erneuerbaren Energien 2017 auf maximal 9,3 Mrd. €. Werde der 52 GW-Deckel bereits 2015 erreicht, nehme die Summe auf maximal 9,6 Mrd. € im Jahr 2016 zu. „In beiden Fällen geht die Belastung danach zurück. Der Rückgang wird ab 2024 verstärkt eintreten, weil dann die zubaustarken Jahre mit sehr hohen Vergütungssätzen sukzessive aus dem Umlagesystem ausscheiden.“
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