Solarworld-Konkurrenten Canadian Solar, Trina, Yingli und Suntech können sich der Krise nicht entziehen
Die weltweite Solarkrise hat auch die chinesischen Konkurrenten von Solarworld & Co. weiter fest im Griff. Canadian Solar berichtet von einem Umsatzrückgang im dritten Quartal in Höhe von 499,6 Mio. US-Dollar im Vorjahresquartal auf nunmehr 326,0 Mio. Dollar. Der Umsatz im zweiten Quartal 2012 hatte bei 348,2 Mio. Dollar gelegen.
Das Geschäft in Europa brach gegenüber dem Vorjahresquartal um fast 50 Prozent ein, so dass der Umsatzanteil der Europaaktivitäten von Canadian Solar mittlerweile nur noch 47,9 Prozent (Vorjahr: 61,7 Prozent) beträgt.
Der Modulabsatz verringerte sich zwischen dem zweiten und dem dritten Quartal 2012 von 412 auf 384 MW. Die Bruttomarge von Canadian Solar sank von 12,4 Prozent im zweiten Quartal auf nur noch 2,2 Prozent im dritten Quartal. Den Nettoverlust beziffert das Unternehmen auf 43,3 Mio. Dollar für das dritte Quartal und auf 90,4 Mio. Dollar für das gesamte Jahr. Im Vorjahr hatte zum gleichen Zeitpunkt ein Minus von 31,3 Mio. € in den Büchern gestanden.
Auch bei Yingli Solar gibt es keine positiven Nachrichten. Das Unternehmen, das am 28. November seine detaillierten Quartalszahlen bekannt geben will, teilte mit, dass die Bruttomarge im dritten Quartal negativ sein und zwischen 22 bis 24 Prozent betragen werde. Die Absatzmenge verringerte sich im Vergleich zum zweiten Quartal des laufenden Jahres um 17 Prozent. Verantwortlich für den neuerlichen Ergebniseinbruch seien unter anderem erforderliche Abschreibungen aufgrund der Unterauslastung der Produktionsanlagen im dritten Quartal und die endgültige Festlegung von Strafzöllen durch die Internationale Handelskommission (ITC) der USA. Ohne Sondereffekte liege die Bruttomarge im Berichtsquartal zwischen Null und einem Prozent.
Trina Solar mit Sitz in Changzhou kassierte seine Absatz- und Ergebnisprognose für das dritte Quartal. Statt 450 bis 480 MW rechne man nur noch mit einem Absatz zwischen 375 und 385 MW, teilte die Gruppe mit. Die Bruttomarge werde zwischen 0 und 1,5 Prozent liegen, wobei Sondereffekte bereits berücksichtigt seien. Zuvor war man von einer Bruttomarge um mittleren einstelligen Bereich ausgegangen. Der Absatz im gesamten Jahr 2012 werde aus heutiger Sicht bei 1,75 bis 1,8 GW liegen.
Die Konzerne verweisen angesichts der schwachen Geschäftszahlen auf das fortgesetzte Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auf dem internationalen Photovoltaikmarkt. Jifan Gao, CEO von Trina Solar, macht auch eine „irrationale Preissetzung bei einigen Konkurrenten“ aus.
Zusätzlich zur allgemeinen Marktschwäche zeigen die Antidumping- und Antisubventionsentscheidungen in den USA erste Wirkungen. Der nach eigenen Angaben weltweit größte Solarmodulproduzent Suntech Power Holdings gab jetzt die Schließung zweier Produktionslinien im US-amerikanischen Solarmodulwerk in Goodyear (Arizona) bekannt. Neben den weltweiten Überkapazitäten nennt Suntech explizit höhere Produktionskosten als Konsequenz aus den von der US-Regierung auferlegten Strafzöllen als Grund für die Stilllegung der Produktionslinien.
Künftig sollen in Goodyear nur noch 15 MW statt bislang 45 MW produziert werden. Nach der Entscheidung der ITC werden Suntech Solarzellen aus China mit einem Strafzoll von 35,97 Prozent belegt. Da diese Solarzellen eine Schlüsselkomponente für die in Goodyear gefertigten Module seien, habe man sich nun zur Einschränkung der Produktion in Arizona entschlossen.
⇒ Der Bericht erscheint in EUWID Neue Energien. Die als Printausgabe und E-Paper erscheinende Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen während der Energiewende.
Ausgabe 46/2012 von EUWID Neue Energien befasst sich auf dem Titel mit dem EU-Antisubventionsverfahren gegen chinesische Solartechnikhersteller. Die Ausgabe ist am 14. November erschienen und umfasst insgesamt 95 Nachrichten und Berichte zur Energiewende auf 32 Seiten.
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