Solarworld: „Gravierende Einschnitte“ bei den Verbindlichkeiten erforderlich
Die Solarkrise macht der Bonner Solarworld AG weiter schwer zu schaffen. In einer Ad-hoc-Mitteilung berichtet das Unternehmen, dass „gravierende Einschnitte“ bei den Verbindlichkeiten der Gesellschaft, insbesondere den ausgegebenen Anleihen und Schuldscheindarlehen notwendig seien. Zu diesem Ergebnis sei eine externe Überprüfung der Ertrags- und Finanzplanung der Solarworld AG gekommen, heißt es.
Der Vorstand hatte die Überprüfung vor dem Hintergrund der „wettbewerbswidrigen Marktbedingungen“ in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat in Auftrag gegeben. Der jetzt identifizierte Handlungsbedarf wurde den Angaben zufolge auf Grundlage der „sachverständig plausibilisierten Unternehmensplanung“ des laufenden und der kommenden Jahre ermittelt.
Ungeachtet der jetzt bekannt gewordenen Probleme geht Solarworld davon aus, dass „eine überwiegende Wahrscheinlichkeit“ dafür bestehe, dass die erforderliche finanzwirtschaftliche Restrukturierung und notwendige Maßnahmen operativer Art „im allseitigen Interesse“ umgesetzt werden können und „somit eine positive Fortführungsprognose besteht“. Der Vorstand prüfe die positive Fortführungsprognose und werde „zielführende Gespräche einleiten“, wie es weiter heißt.
Solarworld hat in den vergangenen Quartalen wie nahezu alle Photovoltaikunternehmen weltweit mit dem Einbruch der Preise, Kürzungen der Solarvergütungen und weltweiten Überkapazitäten zu kämpfen gehabt. Der Konzernumsatz in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres brach um 37,7 Prozent auf 468,9 Mio. € (Vorjahr: 752,4 Mio. €). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei -189,6 Mio. €, nachdem im entsprechenden Vorjahresquartal noch ein operatives Plus von 89,7 Mio. € unter dem Strich stand.
Als Hauptursache für die Schwierigkeiten macht Solarworld „Preisdumping chinesischer Solarhersteller“ verantwortlich. In diesem Zusammenhang hat sich Solarworld zunächst in den USA und danach auch in Europa für handelspolitische Gegenmaßnahmen starke gemacht. In den Vereinigten Staaten konnte die Gruppe auch einen Erfolg verbuchen, nachdem die dortigen Behörden Strafzölle auf Einfuhren aus China verhängten. Das Verfahren in der EU ist noch nicht abgeschlossen.
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