Insolvenzverfahren über Odersun eröffnet
Das Amtsgericht Charlottenburg hat am 1. Juni das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Odersun AG eröffnet. Das teilte Rüdiger Wienberg mit, der zum Insolvenzverwalter bestellt wurde. Wienberg werde im eröffneten Insolvenzverfahren die Investorensuche fortsetzen, heißt es seitens der auf Insolvenzverwaltungen spezialisierten Kanzlei.
Auch nach der Stilllegung des Unternehmens verhandele Wienberg weiter mit Interessenten um eine mögliche Übernahme. „Solange die Investorengespräche andauern, kann Odersun kurzfristig wieder in einen betriebsbereiten Zustand versetzt werden“, betonte Wienberg. „Auch die Patente bleiben weiter wirksam.“ Zu einer Einzelverwertung der Vermögensgegenstände des Unternehmens werde es erst im Falle eines endgültigen Scheiterns der Investorensuche kommen.
Das Solarunternehmen Odersun war zum 31. Mai stillgelegt worden, weil es nach dem Ende des Insolvenzgeldzeitraums nicht mehr aus eigener Kraft die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter bezahlen konnte. Ein vom Vorstand angestrebter schneller Einstieg eines russischen Investors hatte sich nicht verwirklicht. Sämtliche Mitarbeiter hatten daher die Kündigung erhalten. Mit der Insolvenzeröffnung ist nun die gesamte Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über das Vermögen der Odersun AG auf den Insolvenzverwalter übergegangen, der sich weiterhin intensiv um eine Lösung für den Standort bemüht.
Die Odersun AG hat spezielle Dünnschicht-Photovoltaik-Module entwickelt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Modulen ermögliche die patentierte Technologie der Odersun AG eine große Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten beim Design der Module, betonte Wienberg. Dadurch könnten die Module als gestalterische Elemente nach den Anforderungen von Architekten, Bauunternehmen und Herstellern von Baukomponenten in die Gebäudegestaltung integriert werden. Das Unternehmen hatte Ende März Insolvenz angemeldet.
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