Conergy erreicht leichte Ergebnisverbesserung im ersten Quartal
Das Hamburger Solarunternehmen Conergy hat im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von 40 Prozent auf 98 Mio. € (Vorjahr: 163 Mio. €) verbucht. Wie das Unternehmen bekannt gab, ging auch die abgesetzte Menge an Solarmodulen von 80 MWp auf 70 MWp zurück. Einer Volumensteigerung im deutschen Heimatmarkt sowie in den asiatischen und amerikanischen Wachstumsmärkten stand dabei ein Volumenrückgang in Europa gegenüber. Grund dafür waren den Angaben zufolge negative Einflüsse in den europäischen Auslandsmärkten insbesondere in Griechenland, Spanien und Italien. Auf der Ergebnisseite verzeichnet der Konzern eine leichte Verbesserung.
In den europäischen Ländern wirkten sich die Finanz- und Schuldenkrise und die damit verbundene zögerliche Vergabe von Krediten aus, berichtet Conergy. Zudem beeinflussten schlechte Wetterbedingungen und die anhaltenden Förderdiskussionen in Conergys zweitgrößtem Solarmarkt Italien sowie das von der spanischen Regierung ausgerufene Moratorium die Volumenentwicklung im ersten Quartal die Geschäftsentwicklung. Insgesamt lag das Volumen in Europa 17 Prozent unter Vorjahresniveau bei einem Umsatz von 65 Mio. € (Vorjahr: 121 Mio. €). In den asiatischen und amerikanischen Wachstumsmärkten steigerte Conergy seine Absatzmengen um 2 Prozent und erzielte insgesamt einen Umsatz von 34 Mio. € (Vorjahr: 42 Mio. €).
In Deutschland profitierte Conergy eigenen Angaben zufolge von der Sonderkonjunktur und steigerte die Absatzmenge im Heimatmarkt um mehr als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahresquartal. Damit konnte Conergy den Preisverfall teilweise ausgleichen und erzielte einen Umsatz von 29 Mio. € (Vorjahr: 34 Mio. €). Die Umsatzreduzierung sei im Wesentlichen auf die Einstellung der Lohnfertigung für Dritte bei der Solarmodulfabrik in Frankfurt (Oder) zurückzuführen. Hier wurden im 1. Quartal 2011 noch Umsätze von rund 6 Mio. € erzielt. Der Auslandsanteil lag demnach bei über 70 Prozent.
Trotz des massiven Preisverfalls im Vergleich zum 1. Quartal 2011 habe Conergy durch die reduzierte Fertigungstiefe in seiner Modulproduktion in Frankfurt (Oder) eine im Vorjahresvergleich stabile Rohertragsmarge von 21 Prozent erzielt. Diese konnte der Systemanbieter vor allem im Vergleich zum Gesamtjahr 2011 erheblich steigern, dort lag sie mit durchschnittlich knapp 17 Prozent noch 4 Prozentpunkte niedriger.
Die im Zuge der neuen Unternehmensstrategie reduzierten Strukturkosten wirkten sich ebenfalls positiv auf das operative Ergebnis aus. Mit einem EBITDA von -8 Mio. € habe Conergy seine Vorjahresverluste um rund ein Drittel reduziert (Vorjahr: -12 Mio. €). Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei -12 Mio. € (-18 Mio. Mio. €), das Konzernergebnis nach Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen bei -15 Mio. € (Vorjahr: -22 Mio. €). Dabei erwirtschaftete Conergy erstmals seit dem Börsengang 2005 in einem ersten Quartal einen positiven Netto-Cashflow von 5 Mio. € (Vorjahr: -57 Mio. €), was eine erhebliche Verbesserung um 62 Mio. € bedeutet.
„Förderdiskussionen in Europa sowie die anhaltende Schuldenkrise haben sich im 1. Quartal auf unsere Umsätze ausgewirkt“, sagte Conergy-Chef Philip Comberg. „Das 2. Quartal ist gut angelaufen und wir sehen hier im Vergleich zum Jahresauftakt eine positive Volumen- und Umsatzentwicklung.“ Für das zweite Quartal hat Conergy vier neue Großprojekte mit einer Gesamtleistung von 16 Megawatt in Deutschland in der Pipeline. Mit den Stadtwerken Trier baut der Systemanbieter seine langjährige Zusammenarbeit aus und errichtet zwei insgesamt 2,2 MW starke Kraftwerke. Zwei weitere Großprojekte mit 10,4 und 3,3 MW setzt Conergy gemeinsam mit privaten Investoren um. Für das komplette Jahr 2012 erwartet der Vorstand einen Umsatz unter Vorjahresniveau sowie ein EBITDA, das sich auf einen niedrigen positiven Wert verbessert.
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