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Weltweite Investitionen in erneuerbare Energien 2012 um elf Prozent zurück gegangen

Im vergangenen Jahr sind die weltweiten Neuinvestitionen in EE-Projekte laut einer aktuellen Untersuchung um elf Prozent gesunken. EUWID Neue Energien 4/2013 greift das Thema auf dem Titel auf.
EUWID Neue Energien 4/2013
23.01.2013 − 

Im vergangenen Jahr sind die weltweiten Neuinvestitionen in Erneuerbare-Energien-Projekte laut einer Untersuchung von Bloomberg New Energy Finance um elf Prozent gesunken. Das Investitionsvolumen lag 2012 bei 268,7 Mrd. US-Dollar, teilte Bloomberg in London mit. Im Jahr 2011 hatte der Wert noch bei 302,3 Mrd. Dollar gelegen. Dennoch sei 2012 das Jahr mit der zweithöchsten Investitionstätigkeit gewesen. Gegenüber 2004 haben sich die Investitionen in erneuerbare Energien den Analysen zufolge verfünffacht.

Der Titelbericht der Ausgabe 4/2013 von EUWID Neue Energien befasst sich mit dem Statusbericht von Bloomberg New Energy Finance zur Investitionstätigkeit an den weltweiten Märkten für erneuerbare Energien. Die Ausgabe ist am 23. Januar erschienen und umfasst insgesamt 87 Nachrichten und Berichte zur Energiewende auf 28 Seiten. Im Folgenden findet sich eine Kurzcharakteristik der aktuellen Ausgabe (zur kompakten Übersicht gelangen Sie hier):

Übergreifende Themen

Ein zentrales Problem der Energiewende ist nach Einschätzung vieler Beobachter das derzeitige Strommarktdesign, das nicht die geeigneten Anreize für eine sichere und nachhaltige Stromversorgung setzt. Die Stadtwerkeholding Thüga hat nun ein Modell für den Strommarkt entwickelt, das ohne feste Einspeisevergütungen für erneuerbare Energien auskommen soll.

„Wir sind der Überzeugung, dass das bestehende Marktdesign mit seinen langfristig preisbasierten Einspeisevergütungen für erneuerbare Energien und dem auf Grenzkosten ausgerichteten Energy-Only-Market für konventionelle Kraftwerke nicht geeignet ist, um die Energiewende zu realisieren“, sagte der Thüga-Vorstandsvorsitzende Ewald Woske gegenüber „Dow Jones“. Das von den Thüga-Experten entworfene Marktdesign biete gegenüber dem bestehenden Kostenvorteile und ermögliche eine bessere Steuerung der Energiewende.

Eine weitere Herausforderung der Energiewende liegt in der fluktuierenden Produktion von Solar- und Windstromanlagen. Diesem Thema widmet sich der Bundesverband Energiespeicher (BVES). Präsident des im vergangenen September gegründeten Verbandes ist Prof. Eicke R. Weber, Leiter des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg. Der BVES hat sich zum Ziel gesetzt, „die relevanten Entscheidungsträger der Branche unter einem Dach zu vereinen und durch ein starkes Kontaktnetzwerk die Marktentwicklung zu beschleunigen.“

Ein ganz anderes Problem der Energiewende liegt darin begründet, dass nationale Lösungen den globalen Fragen des Klimaschutzes nicht gerecht werden können. Ein Lichtblick ist in diesem Zusammenhang die Ankündigung Chinas, der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) beizutreten. Mit seiner installierten elektrischen Leistung von 1.140 GW liegt China weltweit an der Spitze bei der Stromproduktion, 80 Prozent des Stroms wird in Kohlekraftwerken erzeugt. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat am Rande der dritten IRENA-Vollversammlung in Abu Dhabi eine bilaterale Zusammenarbeit mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der chinesischen Energiebehörde Liu Qi vereinbart. Gegenstand ist eine Zusammenarbeit zum Ausbau der erneuerbaren Energien, teilte das BMU mit.

EUWID Neue Energien informiert in Ausgabe 4/2013 im Bereich der übergreifenden Berichterstattung auch über ein Batteriespeicherprojekt der Uni Münster, die Stimmung in der Erneuerbaren-Branche und Preise für Rohstoffe und Heizöl.

Bioenergie

Die Biokraftstoffverbände mahnen erheblichen Nachbesserungsbedarf bei den EU-Vorschlägen zur Änderung der Erneuerbare-Energien- und Kraftstoffqualitätsrichtlinie an. Die Nebenprodukte, die als Eiweißfuttermittel anfallen, müssten endlich sachgerecht bewertet werden. Das sagte der neue Vorsitzende der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP), Wolfgang Vogel, im Rahmen des 10. Biokraftstoffkongresses in Berlin. Dann würde nicht nur die Treibhausgasbilanz verbessert. Auch die Frage der indirekten Landnutzungsänderungen (ILUC) müsste neu bewertet werden.

Vogel lehnte die Einführung eines Deckels für konventionelle Biokraftstoffe in Höhe von fünf Prozent und dessen Befristung bis 2020 kategorisch ab. Schließlich müsse der Markt entscheiden, ob sich konventionelle Biokraftstoffe oder Biokraftstoffe der zweiten Generation durchsetzen. Gleichzeitig erneuerten der Bundesverband Bioenergie (BBE) und UFOP ihre Kritik an den Vorschlägen der EU-Kommission zu Biokraftstoffen aus Abfall und Reststoffen, die eine zwei- bzw. vierfache Anrechnung auf die Zielerreichung im Jahr 2020 vorsehen.

Weitere Bioenergie-Berichte in EUWID Neue Energien 4/2013 widmen sich der direkten Methanisierung von Biogas, der jüngsten Expansion von German Pellets und einem Biokraftstoffprojekt von Vecoplan in den USA. Markt- und Preisberichte befassen sich mit Getreide, Holzpellets und Biodiesel.

Solarenergie

Im vierten Quartal 2012 sind weltweit mehr Photovoltaikmodule abgesetzt worden als je zuvor. Wie das Marktforschungsunternehmen IHS ermittelte, legte der Modulabsatz nach einem schwachen dritten Quartal massiv auf 11 GW Leistung zu. Dennoch habe sich die Gesamtsituation der Branche nicht deutlich entspannt, heißt es. Eine spürbare Angleichung von Angebot und Nachfrage werde frühestens in der zweiten Jahreshälfte zu beobachten sein. Der Grund für das massive Anziehen des Marktes im vierten Quartal 2012 war laut IHS eine sehr starke Nachfrage aus Asien mit den Schwerpunkten China und Japan.

Der Preisverfall konnte trotz der verstärkten Nachfrage im vierten Quartal noch nicht gestoppt werden. Nach Analysen der Marktforscher lagen die durchschnittlichen Modulpreise Ende des vergangenen Jahres bei 0,65 US-Dollar pro Watt peak. Ende September hatte der entsprechende Durchschnittspreis noch bei 0,70 Dollar/Wp gelegen. Immerhin hat der Preisverfall im vierten Quartal an Tempo verloren. Gegen Ende des Jahres seien die Preise einiger Module sogar gestiegen.

Weniger positiv stellt sich die Situation bei den PV-Ausrüstern dar. Nach einer aktuellen Analyse des US-amerikanischen Beratungshauses Solarbuzz ist der Markt für PV-Equipment von 12,9 Mrd. US-Dollar im Jahr 2011 auf 3,6 Mrd. Dollar im Jahr 2012 eingebrochen. Das entspricht einem Rückgang um 72 Prozent. Für das laufende Jahr geben die Marktforscher keine Entwarnung. „Das Marktvolumen wird 2013 weiter sinken auf nur noch 2,2 Mrd. Dollar und damit ein Niveau erreichen, das zuletzt 2006 zu beobachten war“, sagte Finlay Colville, Vizepräsident des kalifornischen Marktforschungshauses.

EUWID Neue Energien 4/2013 befasst sich auch mit den aktuellen Wirkungsgrad-Rekordmeldungen von Heliatek und Empa. Unternehmensmeldungen widmen sich den jüngsten Entwicklungen bei aleo solar, centrotherm, Sovello, CEE, Aquila Capital, Care-Energy, Solutronic und Thomas Preuhs. Ergänzt wird die Solarberichterstattung mit den aktuellen Einspeisedaten und den Trends bei der Entwicklung der Solarmodulpreise im Dezember.

Windenergie

Der japanische Konzern Mitsubishi investiert fast 600 Mio. € in vier Netzanschluss-Projekte für Offshore-Windparks in der Nordsee. Damit hat die lange Investorensuche des zuständigen Netzbetreibers TenneT vorerst ein Ende. Wie TenneT in der vergangenen Woche bekannt gab, beteiligt sich Mitsubishi an den Projekten BorWin1, Bor- Win2, HelWin2 und DolWin2. Insgesamt entsprechen die vier betroffenen Netzanbindungen laut TenneT einer Gesamtinvestition von 2,9 Mrd. €. Die Gesamtkapazität der Leitungen beträgt rund 2,8 GW. Das entspricht knapp 30 Prozent des Ziels der Bundesregierung für Offshore-Windkraft in der Nordsee.

Für die Netzanbindungen BorWin1 und Bor- Win2 unterzeichneten beide Unternehmen bereits offiziell Verträge über ein Investitionsvolumen von 240 Mio. €. Trotz der Investitionen bleibe es bei den Verzögerungen bei der Fertigstellung von BorWin2, wie eine TenneT-Sprecherin gegenüber EUWID bestätigte. Für die Inbetriebnahme werde das erste Quartal 2015 angepeilt.

Der Baukonzern Strabag SE hat derweil seine geplanten Investitionen im Bereich der Schwerkraftfundamenttechnologie für Offshore-Windparks vorerst auf Eis gelegt. Geplant waren Investitionen in Höhe von mehreren Hundert Mio. € in den Bau einer Fabrik und von Spezialschiffen zum Transport der selbst entwickelten Fundamente, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Begründet wird der Aufschub mit unklaren rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen. Hier führten gleich mehrere Umstände zu hohen Planungsunsicherheiten. Hans Peter Haselsteiner, CEO der Strabag SE, bemängelt die „unklare rechtliche Situation“, die „unklare Zukunft der Energiepolitik am deutschen Markt“, „fehlende Speichertechnologie für Strom aus erneuerbaren Quellen“ sowie „fehlende Transportmöglichkeiten der Energie“.

Die Windenergieberichterstattung beschäftigt sich in EUWID Neue Energien 4/2013 auch mit der Einigung bei der Übernahme der Nordseewerke durch DSD Steel, der Pipeline von geplanten Offshore-Windprojekten, einer Studie, die die Vorteile dezentraler Strategien im Bereich Windenergie hervorhebt, und dem Projekt „BladeMaker“. Die Unternehmensberichterstattung widmet sich Nordex, Palfinger Wind, BayWa, REpower und Availon.

Geothermie und Wasserkraft

In dieser Woche weist EUWID Neue Energien auf das Fachbuch „Erdwärme in Ein- und Mehrfamilienhäusern“ hin, das im VDE Verlag erschienen ist. Es stellt auf 177 Seiten im DIN A5-Format geologische, hydrologische, technische, rechtliche, normative und wirtschaftliche Überlegungen zum Thema Erdwärmenutzung dar. Darüber hinaus ist das Geothermieprojekt Brühl Gegenstand der Berichterstattung.

Im Bereich Wasserkraft wurde in der vergangenen Woche bekannt, dass das Land Niederösterreich die Förderung der Kleinwasserkraft verlängert. Der „Masterplan Kleinwasserkraft“ des Landes laufe seit 2009 äußerst erfolgreich, sagte Energie-Landesrat Stephan Pernkopf in St. Pölten. Mehr als 520 Kleinwasserkraft-Anlagen lieferten in Niederösterreich Strom für 140.000 Haushalte.


Die Kurzcharakteristik der vergangenen fünf Ausgaben können Sie hier einsehen:

Ausgabe 3/2013 (16. Januar): Netzanschluss von Offshore-Windparks verzögert sich weiter, EEG-Debatte nimmt wieder Fahrt auf

Ausgabe 1-2/2013 (9. Januar): Energiewende: Gutachten mahnt großen Nachholbedarf bei der Energieeffizienz an

Ausgabe 51-52/2012 (19. Dezember): Ausbau erneuerbarer Energien: Brandenburg vor Bayern und Schleswig-Holstein

Ausgabe 50/2012 (12. Dezember): EnBW-Papier: Energiekonzerne unterstützen die Energiewende der Bundesregierung

Ausgabe 49/2012 (5. Dezember): Eurobserver: EU-Länder produzieren 2011 weniger Energie aus fester Biomasse

EUWID Neue Energien – Energiewende kompakt

Das Informationskonzept von EUWID Neue Energien ist darauf abgestimmt, Leser mit knappem Zeitbudget schnell und trotzdem umfassend über die Entwicklungen in Märkten und Politik zu informieren. Die Redaktion sichtet hierzu täglich mehrere hundert Informationsquellen und spricht mit den Experten der Branche. Aus der Vielzahl der Quellen selektiert das Redaktionsteam die zentralen Fakten, recherchiert die Hintergründe und bündelt die Informationen in kompakter Nachrichtenform. Thematische Schwerpunkte von EUWID Neue Energien sind die Erzeugung von erneuerbaren Energien und die intelligente Nutzung von Energie. Neben Wirtschafts- und Politikmeldungen stehen dabei Markt- und Preisinformationen im Fokus. EUWID Neue Energien bietet unter anderem Preise für NawaRo-Holz, Pellets, Altholz, Sägerestholz, Biodiesel, Getreide und Ölsaaten, Solarmodule und Ökostrom. Auch die PV-Zubauzahlen der Bundesnetzagentur sowie Einspeisewerte für Solar- und Windstrom werden regelmäßig ausgewertet.

Der EUWID-Wochenbericht zur Energiewende bei openpr: www.openpr.de/news/693228.html

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