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Solar-Handelsstreit erreicht ein Jahr nach Solarworld-Petition in den USA neue Eskalationsstufe

Die EU-Kommission prüft, ob die chinesische Regierung die Exporte von Solarmodulen in die Europäische Union mit unerlaubten Beihilfen verbilligt. Mit dem Solar-Handelsstreit befasst sich der Titel von EUWID Neue Energien 46/2012.
EUWID Neue Energien 46/2012
14.11.2012 − 

Die EU-Kommission prüft, ob die chinesische Regierung die Exporte von Solarmodulen in die Europäische Union mit unerlaubten Beihilfen verbilligt. Nach Angaben der Kommission in Brüssel reagiert die Behörde damit auf eine Beschwerde des europäischen Solar-Verbandes EU ProSun vom September. Es handele sich um die größte Beschwerde wegen illegaler Subventionen, mit der sich die Kommission bisher befasst habe. Im vergangenen Jahr hatte China Solarmodule und andere Komponenten im Wert von 21 Mrd. € in die EU exportiert.

Mit dem Antisubventionsverfahren und dem Solar-Handelsstreit zwischen China auf der einen Seite und den USA und der EU auf der anderen Seite beschäftigt sich der Titelbericht von EUWID Neue Energien 46/2012. Die Ausgabe ist am 14. November erschienen und umfasst insgesamt 95 Nachrichten und Berichte zur Energiewende auf 32 Seiten. Im Folgenden findet sich eine Kurzcharakteristik des aktuellen Branchendienstes (zur kompakten Übersicht gelangen Sie hier):

Übergreifende Themen

Das Ringen um die Ausgestaltung der Erneuerbaren-Förderung geht unvermindert weiter. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) warnte vergangenen Donnerstag bei einem energiepolitischen Kongress des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) in Berlin vor einem blinden Vertrauen in die Fähigkeit des Marktes, umweltbezogene Probleme zu lösen. „Wenn wir gewartet hätten, dass der Markt dafür sorgt, dass der Rhein wieder sauber wird und der Himmel über dem Ruhrgebiet wieder blau wird und dass der saure Regen aufhört, (...) dann würden wir heute noch darauf warten.“

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bekräftigte hingegen auf der gleichen Veranstaltung, Deutschland müsse bei der Ökostromförderung „raus aus der Planwirtschaft“. Der Koalitionsgipfel von CDU, CSU und FDP im Kanzleramt hatte Anfang der vergangenen Woche beschlossen, bis März 2013 Vorschläge zu erarbeiten, wie die Förderung erneuerbarer Energien grundlegend reformiert werden kann. Dazu zählt laut den Koalitionsbeschlüssen, die Kosten der Energiewende „auf ein vertretbares Maß zu begrenzen“ und gleichzeitig die Investitionssicherheit zu gewährleisten. Rösler sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, dass das Gesetz „marktwirtschaftlich“ reformiert werden solle. „Wir diskutieren dabei nicht nur über die Förderhöhen“, betonte Rösler.

Umweltminister Altmaier steht dem EEG weniger kritisch gegenüber, will den Ausbau der erneuerbaren Energien aber bremsen. Beim Landesparteitag der CDU Sachsen-Anhalts sprach sich Altmaier dafür aus, die Umsetzung der Energiewende auf mehrere Jahrzehnte zu verteilen. Dann ließen sich die Kosten von mindestens zwei Generationen besser schultern. Ziel sei es, spätestens im Jahr 2050 auf 80 Prozent regenerativer Energien zu kommen.

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Die aktuelle EEG-Debatte wird in Ausgabe 46/2012 von EUWID Neue Energien ergänzt mit der kritischen Analyse des DIW zum „Quotenmodell“, der Diskussion über die künftige Ausgestaltung des Strommarkts als „Energy-Only“-Markt oder Kapazitätsmarkt und den neuen Zieldaten für die EnLAG-Projekte beim Netzausbau. Weitere Meldungen mit übergreifender Relevanz betreffen die aktuellen Planungen für das Desertec-Projekt, die Kritik des BDEW an den Redispatch-Regeln der Bundesnetzagentur und eine Studie des IÖW zur Beschäftigungswirkung des Ausbaus erneuerbarer Energien. Ergänzt werden die Analysen unter anderem mit aktuellen Heizölpreisen und Rohstoffnotierungen sowie den jüngsten Daten zum EEG-Umlagekonto.

Bioenergie

In Europa wächst die Waldfläche kontinuierlich, obwohl die energetische Holznutzung zunimmt. Vielmehr sorgt die steigende Holznachfrage für Investitionen in die Waldbewirtschaftung und Aufforstungen. Darauf weist der Europäische Biomasseverband AEBIOM hin und reagiert damit auf Veröffentlichungen, die der energetischen Biomassenutzung eine negative Klimabilanz („Kohlenstoffschuld“) beimessen. So schreibt beispielsweise das Joint Research Centre (JRC) als beratende Institution der EU in einer bislang unveröffentlichten Studie, dass die energetische Nutzung von Rundholz im Vergleich zur Nutzung fossiler Brennstoffe kurzfristig eine Erhöhung der Treibhausgasemissionen zur Folge hat (EUWID 45/2012).

Die Verbio Vereinigte BioEnergie AG hat im ersten Quartal 2012/2013 ein negatives Ergebnis erzielt. Wie aus dem Quartalsbericht des Unternehmens hervorgeht, sank das operative Ergebnis (EBIT) von 3,8 Mio. € im ersten Quartal 2011/2012 auf nun -4,9 Mio. €. Ein Grund dafür seien niedrigere Umsatzerlöse, die leicht von 224,4 Mio. € auf 217,5 Mio. € sanken. Zusätzlich hätten höhere Personalkosten aufgrund des Ausbaus der Biogasproduktion sowie höhere sonstige Aufwendungen für den Ergebnisrückgang gesorgt. Im Biodieselsektor sorgten Unternehmensangaben zufolge illegale Importe für eine im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schlechtere Anlagenauslastung und einen geringeren Absatz im in- und ausländischen Beimischungsmarkt.

Die Fraktion Die Linke ist derweil mit ihrer Forderung nach einem EU-Importverbot für Kraft- und Brennstoffe aus Biomasse gescheitert. Einen entsprechenden Antrag (Drucksache 17/10683) lehnten die Fraktionen von CDU/CSU, SPD und FDP bei Enthaltung der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen vergangene Woche im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ab. Die Abgeordneten der Linksfraktion hatten darin unter anderem gefordert, dass die Bundesregierung im Rahmen von Entwicklungszusammenarbeit und Außenwirtschaftsförderung keine Investitionen beim Anbau von Biomasse fördert oder absichert, wenn dies dazu führe, „dass Waldflächen oder andere Flächen mit hoher Biodiversität“ gerodet werden oder der Anbau von Nahrungsmitteln dadurch verdrängt wird.

Weitere Bioenergie-Meldungen in EUWID Neue Energien 46/2012 thematisieren die aktuelle Entwicklung bei Envitec, Cargill Deutschland, Petrotec und Bebra Biogas. Die Marktberichterstattung zeichnet die Preisentwicklung an den Großhandelsmärkten für Getreide und Ölsaaten nach. Auch die Wochenpreise für Biodiesel sind Gegenstand der Berichterstattung.

Solarenergie

Mit SMA Solar, S.A.G. Solarstrom, Phoenix Solar und der Solar-Fabrik AG haben am vergangenen Donnerstag vier Solarunternehmen ihre Quartalsergebnisse präsentiert. Dabei hat es keine größeren negativen Überraschungen gegeben. Die Zahlen sind dessen ungeachtet ernüchternd. So haben sich die Umsätze bei Phoenix Solar, S.A.G. Solarstrom und der Solar-Fabrik in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres nahezu halbiert. Es gibt aber auch Lichtblicke in den jetzt vorgelegten Zahlen: Die Freiburger S.A.G. Solarstrom AG hat im dritten Quartal mit 55,4 Mio. € mehr Umsatz erwirtschaftet als im gesamten ersten Halbjahr. Auf operativer Ebene (EBIT) liegt das Unternehmen nach neun Monaten mit 0,3 Mio. € knapp im Plus.

Viele deutsche Solarunternehmen kämpfen derzeit ums Überleben. Nach Angaben des Hauptgeschäftsführers des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar), Carsten Körnig, sind in den vergangenen Monaten rund 30.000 Solararbeitsplätze verloren gegangen. Die Zahl der Beschäftigten im Sektor sei damit von insgesamt 130.000 auf rund 100.000 gesunken. Auch das Energieunternehmen juwi aus dem rheinhessischen Wörrstadt trennt sich wegen des schwächelnden Solargeschäfts von 125 Mitarbeitern. Einen entsprechenden Bericht der „Allgemeinen Zeitung“ in Mainz bestätigte juwi gegenüber EUWID. Das Blatt hatte unter Berufung auf Gründer und Vorstand Matthias Willenbacher berichtet, dass der größte Teil der betroffenen Beschäftigten in eine gemeinsam mit der Agentur für Arbeit eingerichtete Transfergesellschaft wechsle und darüber in neue Jobs vermittelt werden solle.

Die Solarberichterstattung in EUWID Neue Energien 46/2012 wird ergänzt mit Nachrichten zu Solon, Singulus, IBC Solar, Securum, Moncada und Abengoa. Auch die aktuellen Daten zur Solarstromeinspeisung in den ÜNB-Regelzonen finden sich im jüngsten Heft.

Windenergie

Der Stadtwerkeverbund Südweststrom wird seine Pläne für ein milliardenschweres Windkraft-Projekt in der Nordsee wohl aufgeben. Der Aufsichtsrat habe sich dafür ausgesprochen, den geplanten Kauf des Windparks „Bard Offshore 1“ nicht weiterzuverfolgen, sagte Südweststrom-Geschäftsführerin Bettina Morlok am Mittwoch letzter Woche und bestätigte damit einen Bericht des „Schwäbischen Tagblatts“. Die endgültige Entscheidung werde die Gesellschafterversammlung voraussichtlich am 20. November treffen. Der Windpark, der im Moment rund 90 Kilometer nordwestlich der Insel Borkum errichtet wird, soll klimafreundlichen Strom für 400.000 Haushalte liefern.

Eifeltouristen finden Windräder weniger störend als gedacht. Das ergab eine vom Naturpark Nordeifel in Auftrag gegebene repräsentative Studie. „Windkraft verträgt sich mit Tourismus“ fasste der Geschäftsführer des Naturparks, Jan Lembach, in der vergangenen Woche die Ergebnisse der Studie zusammen. Die Eifel gehört zu den geeignetsten Standorten für Windanlagen in Nordrhein-Westfalen. Der Ausbau der Windkraft ist aber umstritten. Der Umfrage zufolge stören sich 59 Prozent der Besucher nicht an Windrädern. Knapp jeder fünfte Befragte empfindet Windräder zwar als störend, aber akzeptiert sie. Nur eine Minderheit bezeichnet sie uneingeschränkt als störend bis sehr störend.

Die Windberichterstattung in EUWID Neue Energien 46/2012 befasst sich auch mit aktuellen Entwicklungen bei SIAG, Nordex, GES, ABB, RWE Innogy und Siemens. Auch die aktuellen Daten zur Windenergieeinspeisung in den ÜNB-Regelzonen finden sich in der aktuellen Ausgabe von EUWID Neue Energien.

Geothermie

Das Land Brandenburg ist zum dritten Mal in Folge „Meister“ der ErdwärmeLIGA Deutschland geworden und verzeichnet damit auch in diesem Jahr die höchste Zahl an neu installierten Erdwärmeanlagen pro Einwohner. Der Freistaat Bayern belegte den zweiten Platz. In der aktuellen EUWID-Ausgabe werden die Ergebnisse dieser etwas anderen „Bundesliga“ vorgestellt.

Darüber hinaus berichtet EUWID in dieser Woche über das Geothermiekraftwerk Landau, dessen dritte Bohrung im Frühjahr 2013 abgeteuft werden soll. Hierzu hat die Agentur Enerchange den Auftrag bekommen, in einem Forschungsprojekt ein entsprechendes PR-Konzept zu erarbeiten.

Unterdessen hat sich der Wasserverbandstag Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt für ein generelles Verbot von oberflächennaher und tiefer Geothermie in Wasserschutzgebieten und Trinkwassergewinnungsgebieten ausgesprochen. Die Anlagen stellten ein Gefährdungsrisiko für das Grundwasser dar, das auch bei einer umfangreichen Qualitätssicherung nicht vollkommen ausgeschlossen werden könne, schreibt der Verband in einem aktuellen Positionspapier.

Wasserkraft

Im Themenbereich Wasserkraft beschäftigt sich die aktuelle Ausgabe mit dem umstrittenen Mekong-Staudamm Xayaburi in Laos. Trotz Umweltbedenken und Kritik der Nachbarstaaten soll dieser nun gebaut werden. In der vergangenen Woche wurde der erste Spatenstich gesetzt.


Die Kurzcharakteristik der vergangenen fünf Ausgaben können Sie hier einsehen:

Ausgabe 45/2012 (7. November): Bundesnetzagentur plant Änderung des Vermarktungssystems für EEG-Strom

Ausgabe 44/2012 (31. Oktober): Ministerpräsidenten: EEG hat sich bei Ausbau der Erneuerbaren „grundsätzlich bewährt“

Ausgabe 43/2012 (24. Oktober 2012): Dunkle Wolken über der deutschen Solarbranche: Siemens steigt aus, SMA Solar senkt Prognosen

Ausgabe 42/2012 (17. Oktober 2012): Die Erneuerbare-Energien-Branche zwischen EEG-Umlage und EEG-Reform: Wo führt der Weg hin?

Ausgabe 41/2012 (10. Oktober 2012): Erneuerbare unter Druck: Abkehr von Biokraftstoffen in der EU und Debatte über EEG in Deutschland

EUWID Neue Energien – Energiewende kompakt

Das Informationskonzept von EUWID Neue Energien ist darauf abgestimmt, Leser mit knappem Zeitbudget schnell und trotzdem umfassend über die Entwicklungen in Märkten und Politik zu informieren. Die Redaktion sichtet hierzu täglich mehrere hundert Informationsquellen und spricht mit den Experten der Branche. Aus der Vielzahl der Quellen selektiert das Redaktionsteam die zentralen Fakten, recherchiert die Hintergründe und bündelt die Informationen in kompakter Nachrichtenform. Thematische Schwerpunkte von EUWID Neue Energien sind die Erzeugung von erneuerbaren Energien und die intelligente Nutzung von Energie. Neben Wirtschafts- und Politikmeldungen stehen dabei Markt- und Preisinformationen im Fokus. EUWID Neue Energien bietet unter anderem Preise für NawaRo-Holz, Pellets, Altholz, Sägerestholz, Biodiesel, Getreide und Ölsaaten, Solarmodule und Ökostrom. Auch die PV-Zubauzahlen der Bundesnetzagentur sowie Einspeisewerte für Solar- und Windstrom werden regelmäßig ausgewertet.

Der EUWID-Wochenbericht zur Energiewende bei openpr: www.openpr.de/news/678788.html

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