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November: Energiegipfel bringt Annäherung - Mittelfristprognose zieht Photovoltaik aus der Schusslinie

Die Mittelfristprognose der Übertragungsnetzbetreiber vom November zeigt, dass auch in den kommenden Jahren mit einem deutlichen Zubau der erneuerbaren Energien im Bereich der Stromerzeugung zu rechnen ist.
Quelle: EUWID nach r2b
01.01.2013 − 

Im Fahrwasser der anhaltenden Debatte um steigende Strompreise, in deren Zuge FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle auch einen Neubaustopp für Photovoltaikanlagen ins Gespräch bringt, präsentieren die Übertragungsnetzbetreiber Mitte November ihre Mittelfristprognose zur Entwicklung der EEG-Umlage. Die Berechnungen zeigen, dass ein weiterer Anstieg, aber auch ein Rückgang des Umlagesatzes im Jahr 2014 denkbar erscheint. Der prognostizierte Korridor liegt zwischen 4,89 und 5,74 ct/kWh.

Bemerkenswert sind die der Prognose zu Grunde liegenden Kalkulationen des Beratungshauses r2b energy consulting insbesondere mit Blick auf die arg gescholtene Solarenergie. Erwartet wird ein weiter erheblicher Zubau von 7,7 GW im Jahr 2012 und 6,5 GW in den beiden kommenden Jahren. Bereits für das Jahr 2015 erwarten die Marktforscher in ihrem Trendszenario das Erreichen des gesetzlichen Ausbaudeckels von 52 GW, ab dem den Beschlüssen zur Solarförderung zufolge ein weiterer Zubau nicht mehr gefördert wird.

Der kaum gebremste Solarzubau führt den Prognosen zufolge aber nur noch zu überschaubaren Zusatzkosten für das Gesamtsystem, zumindest bei Betrachtung der reinen Förderkosten: Von 9,0 Mrd. € im Jahr 2012 wird die Förderung der Photovoltaik in Deutschland demnach bis 2016 noch auf 11,0 Mrd. € steigen; dann ist der gesetzliche Deckel erreicht. Verantwortlich für die degressiven Kostensteigerungen sind in erster Linie die massiv gesunkenen Fördersätze für PV-Anlagen, die ab 2013 schon für die am stärksten geförderten Kleinanlagen bei weniger als 18 ct/kWh liegen.

Während sich die Photovoltaik als „Prügelknabe“ der Energiewende mithin kaum noch eignet, könnte der Offshore-Windbereich zukünftig in das Blickfeld einer Kostendebatte rücken. Nach 131 Mio. €, die laut Mittelfristprognose 2012 in die Förderung der Windprojekte in Nord- und Ostsee fließen, steigen die prognostizierten Kosten bis 2017 auf 4,12 Mrd. €. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich nach den Prognosen des Trendszenarios von r2b Offshore-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 7.853 MW vor der deutschen Küste.

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Ein Energiegipfel zwischen Bund und Ländern bringt im November eine Annäherung bei den abweichenden Positionen, zumindest auf Ebene der Sprachregelung. „Die Einigkeit von 16 Ländern ist auf eine Einigkeit des Bundes gestoßen, und das ergibt eine Gesamteinigkeit für Deutschland“, ließ Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) verlauten. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) wählte ebenfalls eine sehr offene Formulierung: „Der Umstand, dass die Bundesländer bereit sind, auch ihre Ausbauziele zu modifizieren, deutet darauf hin, dass wir uns in einem Prozess der Annäherung zwischen Bund und Ländern befinden.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel gab zu Protokoll, dass sie mit Blick auf die Energiewende den Geist gespürt habe, „dass wir das auch schaffen wollen und vielleicht auch schaffen können“.

Wie belastbar diese Aussagen sind, bleibt zumindest im November offen. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) erklärte nach dem Gipfeltreffen im Kanzleramt, dass es „auf keinen Fall starre Quoten für Länder“ geben solle. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte an, den Ausbau der Windkraft keinesfalls zu drosseln. „Wir wollen auf zehn Prozent kommen bis zum Jahr 2020. Davon werde ich mich nicht abbringen lassen.“

 

Die Titeltexte von EUWID Neue Energien im November 2012:

 

Ausgabe 45/2012 (7. November): Bundesnetzagentur plant Änderung des Vermarktungssystems für EEG-Strom

Die Bundesnetzagentur feilt am aktuellen Vermarktungssystem für EEG-Strom. Gegenwärtig sehen die Pläne der Bonner Behörde vor, Ausnahmen für die Übertragungsnetzbetreiber bei der Vermarktungspflicht zu verlängern und zugleich das bestehende Anreizsystem für die Vermarktung zu ändern. In Zukunft soll demnach die Genauigkeit, mit der die Vermarktungsmengen prognostiziert werden, belohnt werden. Ein entsprechendes Eckpunktepapier zur geplanten Novelle der Ausgleichsmechanismus-Ausführverordnung (AusglMechAV) hat die Bundesnetzagentur zur Konsultation gestellt. Marktteilnehmer können bis zum 21. November Stellungnahmen einreichen.

Die Ausgabenbeschreibung von EUWID Neue Energien 45/2012 finden Sie hier

 

Ausgabe 46/2012 (14. November): Weitere Eskalation im Solar-Handelsstreit: EU startet Antisubventionsverfahren

Die EU-Kommission prüft, ob die chinesische Regierung die Exporte von Solarmodulen in die Europäische Union mit unerlaubten Beihilfen verbilligt. Nach Angaben der Kommission in Brüssel reagiert die Behörde damit auf eine Beschwerde des europäischen Solar-Verbandes EU ProSun vom September. Es handele sich um die größte Beschwerde wegen illegaler Subventionen, mit der sich die Kommission bisher befasst habe. Im vergangenen Jahr hatte China Solarmodule und andere Komponenten im Wert von 21 Mrd. € in die EU exportiert.

Die Ausgabenbeschreibung von EUWID Neue Energien 46/2012 finden Sie hier

 

Ausgabe 47/2012 (21. November): Mittelfristprognose der Netzbetreiber: EEG-Umlage könnte 2014 wieder sinken

Die Übertragungsnetzbetreiber können sich für das Jahr 2014 einen Rückgang der EEG-Umlage von 5,27 ct/kWh auf bis zu 4,89 ct/kWh vorstellen. Wie sich aus der heute veröffentlichten EEG-Mittelfristprognose ergibt, ist aber auch ein weiterer Anstieg auf bis zu 5,74 ct/kWh denkbar.

Die Ausgabenbeschreibung von EUWID Neue Energien 47/2012 finden Sie hier

 

Ausgabe 48/2012 (28. November): Markt für Biogas-BHKW bricht in Folge der EEG-Novellierung 2012 ein

Das Jahr 2011 hat den meisten Anbietern von Biogas-Blockheizkraftwerken (Biogas-BHKW) noch bessere Absätze als 2010 beschert, während die Prognose für 2012 einen Auftragseinbruch erwarten lässt. Das geht aus einer Umfrage unter BHKW-Herstellern hervor, die das Öko-Institut in Kooperation mit dem Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) und der Fachzeitschrift „Energie & Management“ durchgeführt hat. Fast alle Anbieter von Biogas-BHKW erwarten für 2012 einen deutlich geringeren Auftragseingang. Als Grund nennen sie die Veränderungen im novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das zum Jahresanfang in Kraft getreten ist und Investoren verunsichere.

Die Ausgabenbeschreibung von EUWID Neue Energien 48/2012 finden Sie hier

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