Mai: Abberufung Röttgens soll Energiewende beschleunigen
Dem damaligen Umweltministers Norbert Röttgen, der aufgrund der stockenden Energiewende kritisiert wurde, folgte nach seiner Abberufung im Mai Peter Altmaier (ebenfalls CDU) ins Amt. Als ein Kritikpunkt bei der Umsetzung der Energiewende rückte zunehmend der stockende Netzausbau in den Fokus, der auch bei der Vorlage des Jahresberichts der Bundesnetzagentur deutlich wurde. Der neue Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, zeigte sich dabei besorgt über den Zustand des Stromnetzes in Deutschland. Von den 1.834 Kilometern an Leitungen, die der Gesetzgeber für vordringlich erklärt habe, seien erst 214 Kilometer realisiert, sagte Homann.
In Folge der Abberufung Röttgens brachten sich im Mai diejenigen Akteure in die Debatte ein, die vor großen Risiken der Energiewende warnen. Gerade die FDP, aber auch die wirtschaftsnahen Kreise der CDU, sehen die Stabilität der Strompreise als zentrale Aufgabe beim Umbau des Energiesystems an. Nach massivem Druck aus Ostdeutschland lagen die umstrittenen Kürzungspläne des Bundes bei der Solarenergie im Mai jedoch vorerst auf Eis. Der Bundesrat lehnte die Pläne, die Solarförderung zusätzlich um bis zu 30 Prozent zu senken, mit mehr als zwei Drittel der Stimmen ab. Für die Solarbranche haben die Diskussionen um das EEG im ersten Quartal zu einer Sonderkonjunktur geführt. In den Umsätzen zeigte sich das aufgrund eines Preisverfalls von mehr als 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr allerdings kaum.
Unternehmen der deutschen Windkraftbranche könnte nach Einschätzung eines Experten ein ähnliches Schicksal drohen wie der Solarbranche, in der nach Solar Millennium und Solon zuletzt auch das frühere Flaggschiff Q-Cells Insolvenz anmelden musste. Der Grund liege auch beim Windsegment in einer erdrückenden Konkurrenz aus China, so die Einschätzung von Manfred Bayerlein, Chef des TÜV Rheinland. Ein Windkraftunternehmen, das im Mai für negative Schlagzeilen sorgte war Vestas. Im ersten Quartal 2012 musste der dänische Windturbinenhersteller ein operatives Ergebnis (EBIT) von -245 Mio. € verkraften. Ein weiteres Thema, das die Windkraftbranche im Mai beschäftigte, war die Einführung einer gesetzlichen Haftungsregelung im Offshore-Windenergie-Bereich, für die das Bundeswirtschaftsministerium einen Vorschlag vorlegte.
Als wichtiger Baustein für die Energiewende gilt auch der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung. Auch im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung wird es nach Einschätzung von Experten immer schwieriger, die Wirtschaftlichkeit entsprechender Projekte darzustellen. Das Ziel der Bundesregierung, den Anteil der KWK an der Stromerzeugung bis 2020 auf 25 Prozent zu steigern, könne unter den bisherigen Rahmenbedingungen nicht erreicht werden, sagte Felix Matthes vom Öko-Institut in einer öffentlichen Anhörung des Wirtschaftsausschusses im Bundestag zur Novelle des KWK-Gesetzes. „Selbst ein Anteil von 20 Prozent erscheint ohne weitere Flankierungen nur unter sehr optimistischen Annahmen als erreichbar.“
Im Bioenergiebereich überraschte der Energiekonzern Vattenfall im Mai mit der Beendigung der Zusammenarbeit mit der kanadischen Firma Buchanan Renewables Fuels, über die Vattenfall Biomasse aus Liberia bezogen hat. Mit den Hackschnitzeln wollte der Konzern die Brennstoffversorgung seiner in Berlin geplanten Biomasseheizkraftwerke absichern. Mittlerweile hat das Unternehmen seine Ausbaupläne allerdings weiter abgesenkt. Zu dem Biomassepotenzial in Deutschland äußerte sich im Mai die Arbeitsgemeinschaft der Rohholzverbraucher (AGR) kritisch. Der Einschlag könnte bereits höher sein, als in den amtlichen Statistiken erfasst. Als Grund führt die AGR an, dass Energieholz häufig von Kleinbetrieben vermarktet werde oder zur Deckung des Eigenbedarfs diene und damit von den Statistiken nicht erfasst wird. Folglich dürfe das Biomassepotenzial nicht zu hoch eingeschätzt werden. Die EUWID-Marktbefragung zu NawaRo-Holz zeigte jedoch, dass im Mai ein mehr als ausreichendes Angebot an Waldhackschnitzeln herrschte, das im gesamten Jahr 2012 Bestand hatte und für relativ stabile Preise sorgte.
Die Top-Suchbegriffe, mit denen Internetnutzer im Mai auf Berichte unter www.euwid-energie.de gestoßen sind:
1. Q-Cells
2. Solarförderung
3. Solarworld
4. KWK Gesetz
5. Vestas
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