Januar: Regierungskoalition streitet über Grundlagen der Erneuerbaren-Förderung
Neben der andauernden Diskussion um das EEG im Allgemeinen und die Solarförderung im Besonderen bewegten im Januar die ersten Opfer der Solarkrise die Branche. So mussten sich Insolvenzverwalter um die Geschicke von Solon und Solar Millennium kümmern. Weitere Insolvenzen in der Solarbranche folgten in den nächsten Monaten.
Im krassen Gegensatz zur prekären Lage vieler Solarunternehmen stand die Zubaustatistik der Bundesnetzagentur. Wie die Behörde bekannt gab, wurden allein im Dezember 2011 rund 3.000 MW an neuer PV-Leistung bei der BNetzA gemeldet. Insgesamt wurden im Jahr 2011 damit 7,5 GW Solarleistung errichtet und damit ein neuer Rekord erzielt.
Damit wuchs der Druck auf den damaligen Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), weitere Schritte zur Eindämmung der Kosten im Solarbereich aufzuzeigen. Das zähe Ringen um die künftige Ausgestaltung der Förderung von Solarenergie sowie anderer erneuerbarer Energieträger hatte begonnen.
Im Bioenergiebereich waren die Entwicklungen hingegen widersprüchlich. So hatte das internationale Handelsvolumen im Biodieselsektor im Jahr 2010 zwar einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren verzeichnet. Der Biodieselverband VDB verwies jedoch gleichzeitig auf einen weiteren Einbruch beim Verkauf von reinem Biodiesel in Deutschland. Nach 290.000 Tonnen im Jahr 2010 waren im Jahr 2011 nur noch 60.000 abgesetzt worden.
Die Hoffnungen, dass der Biodieselabsatz von den Anlaufschwierigkeiten bei der Markteinführung von E10 profitieren könnte, hatten sich zerschlagen. Derweil prognostizierte die OECD eine Erhöhung der Biokraftstoffproduktion. Bis 2020 könnten weltweit 60 bis 70 Mio. Hektar für den Anbau von Energiepflanzen zur Biokraftstoffproduktion genutzt werden, hieß es damals.
Die Biogasbranche war Anfang Januar 2012 nach einem erfolgreichen Vorjahr sehr optimistisch für die Zukunft. Diesen Optimismus zügelten Branchenexperten auf der Jahrestagung des Fachverbands Biogas, die Ende Januar statt fand. Aufgrund der Änderungen im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) befürchteten Experten bereits im Januar dieses Jahres einen Umsatzeinbruch bei Biogasanlagen. Wie sich im Verlauf des Jahres 2012 zeigte, waren die Befürchtungen nicht unbegründet.
Im Offshore-Windenergiesektor kündigten sich zu Beginn des Jahres ebenfalls Probleme an. RWE rechnete aufgrund des langwierigen Genehmigungsverfahrens mit Verzögerungen beim Bau des Windparks „Nordsee Ost“ vor Helgoland. Als problematisch galt wie in anderen Fällen auch der Netzanschluss. Bundeswirtschaftsminister Rösler kündigte die Einrichtung einer Arbeitsgemeinschaft „Beschleunigung der Netzanbindung“ an, um das Problem in den Griff zu bekommen.
Auch der Chef der Energiesparte des Siemens-Konzerns, Michael Süß, forderte bessere Rahmenbedingungen für den Ausbau der Windkraft in Deutschland. Der Netzausbau und die Genehmigungsverfahren für den Bau von Windparks seien der Flaschenhals. Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen für die Offshore-Industrie erklärten im Januar erste Unternehmen, sich auf den Ausbau der Windenergie an Land konzentrieren zu wollen.
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