Februar: Branche sieht weiterhin großes Potenzial durch Windkraftausbau
Das Thema Energiewende ist auch im Februar in aller Munde. So befasste sich der Titelbericht der ersten Februar-Ausgabe mit den Plänen und möglichen neuen Geschäftsmodellen der großen vier Energieversorger E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall.
Vor dem Hintergrund des Ausbaus erneuerbarer Energien wird auch weiterhin heftig über die Höhe der Strompreise diskutiert. Der Versuch des Bundesumweltministers Norbert Röttgen, die Debatte auf die Sachebene zurückzuführen, gelingt nur teilweise. Gemeinsam mit dem Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) wies er Mitte Februar daraufhin, dass „wir die niedrigsten Börsenstrompreise in Europa haben“.
Nichtsdestotrotz haben Analysen des vorangegangenen Jahres 2011 von Marktforschungsinstituten, Unternehmensberatungen und Verbänden die Bedeutung von erneuerbaren Energien bewiesen. So hatten Berater von PricewaterhouseCoopers (PwC) die Trends 2011 analysiert und dabei ermittelt, dass das Gesamtvolumen der Übernahmen, Fusionen und Beteiligungen (M&A) im Erneuerbaren-Sektor weltweit um 40 Prozent auf 53,5 Mrd. US-Dollar gestiegen war. Auch der europäische Windenergieverband ermittelte, dass die neu errichtete Gesamtleistung aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen 2011 auf 32.043 MW zugelegt habe. Damit entfielen den Berechnungen zufolge bereits 71,3 Prozent der brutto zugebauten Kraftwerksleistung von 44.939 MW auf die erneuerbaren Energien, so EWEA.
Im Bereich Bioenergie wurden im Februar der EUWID-Marktbericht für NawaRo-Holz veröffentlicht sowie der Marktbericht für Holzpellets. Ferner zeigten sich erste Auswirkungen der EEG-Novelle. Die Haase Energietechnik AG & Co. KG musste Anfang des Monats beim Amtsgericht Neumünster einen Insolvenzantrag stellen. Nach Unternehmensangaben wurde der Schritt nach einem dramatischen Auftragseinbruch im Geschäftsbereich Biogastechnik als Konsequenz der Neuregelungen im EEG notwendig. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) äußerte Befürchtungen, dass die Produktion von Biodiesel und Pflanzenöl sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene ein baldiges Ende nehmen könnte.
Der Solarindustrie macht auch im Februar ein starker internationaler Wettbewerb zu schaffen. Die Unsicherheit über die politischen Rahmenbedingungen verschärft den Druck auf die Branche. Für die Windenergiebranche zeichnen sich Probleme zu diesem frühen Zeitpunkt im Jahr noch nicht so genau ab. Allerdings meldet der weltgrößte Windanlagenbauer Vestas aus Dänemark erstmals einen operativen Verlust für das Geschäftsjahr 2011. Zudem fordern immer mehr Unternehmen eine effizientere Planung der Netzanbindung von Offshore-Windparks. Dennoch sprechen Studien durch den Ausbau der Windenergie noch von erheblichen Umsatz- und Beschäftigungszuwächsen im Mittelstand in den nächsten Jahren.
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