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Dezember: Mittelmäßiges Zeugnis für die Regierung in Sachen Energiewende

Mit dem Bericht zum Dezember endet der EUWID-Jahresrückblick für 2012. Im Mittelpunkt steht der Monitoring-Bericht zur Energiewende, der der Regierung eine Reihe von Hausaufgaben aufgibt.
Quelle: photlook - Fotolia.com
02.01.2013 − 

Der im Dezember präsentierte Monitoring-Bericht zur Energiewende zieht ein erstes Fazit zu den Entwicklungen der vergangenen Monate und Jahre. Das im Oktober 2011 eingerichtete Gremium stellt der Regierung nur ein mittelmäßiges Zeugnis aus. „Ohne weitergehende zusätzliche Maßnahmen werden die Effizienzziele der Energiewende nicht erreicht“, heißt es im ersten Zwischenbericht.

Die Experten verweisen darauf, dass es für den Erfolg der Energiewende hilfreich ist, den von der Regierung definierten gleichrangigen Zielen eine Hierarchie zu geben. Ganz oben sollten demnach die Reduktion der Treibhausgasemissionen und der Ausstieg aus der Kernenergie stehen. Auf den tieferen Ebenen folgen Unterziele, die dann letztlich über konkrete Maßnahmen anvisiert werden können.

Während der Monitoringbericht den erneuerbaren Energien eine „in allen Sparten erfolgreiche Entwicklung“ attestiert und das 18-Prozent-Ziel am Bruttoendenergieverbrauch im Jahr 2020 als erreichbar, wenngleich „anspruchsvoll“ einstuft, sehen die Experten im Bereich Energieeffizienz erheblichen Nachholbedarf. Tempo und Intensität müssten noch erheblich gesteigert werden, um die angestrebten Verbesserungen in der Energieeffizienz zu erreichen, heißt es im Monitoringbericht. „Dies gilt im besonderen Maße für den Gebäude- und Verkehrsbereich.“

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Im Gebäudesektor gehe es dabei in erster Linie um die energetische Sanierung des Gebäudebestands. Mit Blick auf die seitens der Bundesregierung formulierten Maßnahmen kritisiert der Monitoringbericht eine Einordnung bezüglich Effizienz und Effektivität. „Auch eine Einschätzung zur Effizienzsteigerung bei der Stromnutzung sowie zur Entwicklung der Kraft-Wärme-Kopplung vor den Hintergrund des Ziels eines 25-prozentigen Erzeugungsanteils im Jahr 2020 wird vermisst.“

Der Monitoringbericht macht deutlich, dass die Fokussierung auf den Stromsektor, die sich in der monatelangen Debatte über EEG-Umlage und Strompreise manifestierte, zu kurz greift und in der Sache nicht immer angemessen diskutiert wurde. „Der Anstieg der Kosten für Elektrizität verlief in der aggregierten Sichtweise für den Zeitraum bis 2011 nicht so dramatisch wie in der Öffentlichkeit oft dargestellt“, heißt es im Bericht. Der Anteil der Ausgaben für Elektrizität am nominalen Bruttoinlandsprodukt liege mit 2,5 Prozent im Jahr 2011 auf dem Niveau von 1991. In Zukunft sei allerdings mit einem weiteren Anstieg der aggregierten Elektrizitätsausgaben zu rechnen, zu dem neben dem Ausbau der Erneuerbaren auch der Ausbau von Netzen, Backup-Kraftwerken und Speichern beitrügen.

Deutlich wird zum Ende des Jahres 2012 auch, dass sich die Akteure zunehmend der Irreversibilität des Projekts Energiewende bewusst sind. Hatte etwa noch der frühere RWE-Chef Jürgen Großmann insbesondere die Nutzung der Photovoltaik belächelt und von einer Technologie gesprochen, „mit der man noch nicht einmal sein I-Pad aufladen kann“, stehen die Energiekonzerne zunehmend zur Energiewende. „Das verabschiedete Energiekonzept der Bundesregierung, mit seinen Zielen und politischen Instrumenten, mit denen diese Ziele erreicht werden sollen, darf nicht bei den ersten Schwierigkeiten wieder grundsätzlich in Frage gestellt werden“, zitierte „Die Welt“ aus einem Papier des Energieversorgers EnBW. Dier Herausforderungen seien lösbar, die mit der Energiewende verbundenen Kosten beherrschbar.

Letztlich bleibt den großen Versorgern zumindest in Deutschland auf mittlere Sicht wohl kaum eine Wahl, als sich auf die neuen Märkte und dezentrale Strukturen einzustellen. RWE etwa forciert sein Angebot für die dezentrale Stromversorgung und ist erst kürzlich in den Markt für dezentrale Solarspeicher eingestiegen. Bereits seit 2011 bietet RWE in Zusammenarbeit mit Vaillant ein „HomePower“ Mikro-KWK-System für Ein- und Zweifamilienhäuser an.

 

Ausgewählte Fakten zur Produktion und Nutzung erneuerbarer Energien in Deutschland im Jahr 2012:

  • Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung: 23 Prozent (BDEW, Stand: 18. Dezember)
  • Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch: 11,7 Prozent (AG Energiebilanzen, Stand: 19. Dezember)
  • Windstromproduktion im Jahr 2012: 42,8 TWh (ÜNB, Stand: 19. Dezember)
  • Solarstromproduktion im Jahr 2012: 27,5 TWh (ÜNB, Stand: 19. Dezember)
  • Installierte Leistung von Kraftwerken auf der Grundlage von erneuerbaren Energien: 73.626 MW (Bundesnetzagentur, Stand: 12. Dezember)
  • Bioethanolverbrauch Januar bis September: 937.975 Tonnen (BAFA, November 2012)
  • Biodieselverbrauch Januar bis September: 1.764.295 Tonnen (BAFA, November 2012)
  • Pelletproduktion in Deutschland in den ersten drei Quartalen: 1,68 Mio. Tonnen (DEPV, Oktober 2012).

 

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