|  
Neue Energien» weitere Meldungen

Deutsche Energiewende findet große Zustimmung in Europa

Energiewende in Deutschland
(Bildquelle: BMU / Brigitte Hiss)
24.01.2013 − 

Die Energiewende in Deutschland wird auch im europäischen Ausland durchweg positiv bewertet. Nach Ansicht europäischer Energieexperten tauge das deutsche Modell als Blaupause für das EU-Energiesystem. Das geht aus einer TNS-Emnid-Umfrage hervor, die der Gasversorger Wingas in Auftrag gegeben hatte.

Befragt wurden jeweils 100 Experten aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Belgien – darunter Vertreter aus Energiewirtschaft, Wissenschaft und Verbänden. Die Ergebnisse der Umfrage wurden zu Beginn dieser Woche in Berlin präsentiert.

Den Umfrageergebnissen zufolge werde die deutsche Energiewende in Europa nicht nur aufmerksam verfolgt, sondern erfahre auch eine hohe Zustimmung: 84 Prozent der Befragten halten das Projekt für sinnvoll, heißt es in einer Bekanntmachung des Auftraggebers. 76 Prozent würden gar eine mögliche Vorbildfunktion für Europa erkennen. Hier seien jedoch vor allem die deutschen Experten am zurückhaltendsten: Von den 100 Befragten würden sich 67 für eine Übertragung der Ziele der Energiewende auf die EU-Ebene aussprechen. In Österreich habe es mit 81 Befürwortern eine größere Mehrheit gegeben, heißt es in den Ergebnissen weiter.

Erklärbar sei dies durch konkrete Erfahrungswerte, die in Deutschland beim Experiment Energiewende gesammelt wurden, sagt Wingas-Sprecher Gerhard König. „Insbesondere die Energiepreise, die soziale Gerechtigkeit, aber auch die Versorgungssicherheit sind Themen, die die Menschen direkt betreffen und beschäftigen“, so König weiter. Daher befürchteten auch 41 Prozent der deutschen Fachleute einen negativen Einfluss der Energiewende auf die Versorgungssicherheit.

Über die drängendsten energiepolitischen Herausforderungen herrscht zwischen den deutschen und den anderen europäischen Ansichten durchaus Uneinigkeit. Während Experten in Österreich, Belgien und den Niederlanden im Erneuerbaren-Ausbau die größte Herausforderung sehen, rangiert dieser bei deutschen Experten lediglich auf dem fünften Platz. Letztere maßen den Themen Energieeffizienz, Netzausbau, Energiespeicher und Preisentwicklung größere Bedeutung zu.

Deutlich negativer als das Gesamtvorhaben Energiewende wird die jeweilige nationale Energiepolitik bewertet. 71 Prozent der deutschen Experten schätzen die Energiepolitik der Bundesregierung als eher schlecht bzw. sehr schlecht ein. In Österreich sind es 66 Prozent, in Belgien 60 Prozent und in den Niederlanden geben sogar 73 Prozent ihrer Regierung schlechte Noten.

Gefragt wurde auch nach der Rolle der konventionellen Energieträger. Hinsichtlich Umweltverträglichkeit, Klimaschutz und Versorgungssicherheit wurde vor allem Erdgas gut bewertet: Mit einer Zustimmungsrate von 52 Prozent habe sich Erdgas deutlich gegenüber den anderen konventionellen Energieträgern durchsetzen können, schreibt Wingas. In Deutschland liege das Votum für Erdgas gar bei 84 Prozent. Länderübergreifend gingen die Experten mehrheitlich davon aus, dass der Erdgas-Anteil am Energiemix in den nächsten fünf Jahren weiter steigen werde.


Der vollständige Bericht erscheint in EUWID Neue Energien. Die als Printausgabe und E-Paper erscheinende Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen während der Energiewende. Ein kostenloses Testpaket können Sie hier bestellen.

Ausgabe 4/2013 von EUWID Neue Energien befasst sich mit einem Statusbericht von Bloomberg New Energy Finance zur Investitionstätigkeit an den weltweiten Märkten für erneuerbare Energien im Jahr 2012. Die Ausgabe ist am 23. Januar erschienen und umfasst insgesamt 87 Nachrichten und Berichte zur Energiewende auf 28 Seiten.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − GBI Research: Mehr Strom aus Erneuerbaren in Europa - Atomkraft stagniert

Erster globaler Atlas für Wind- und Solarenergie veröffentlicht  − vor