Bayern Spitzenreiter bei Beschäftigung im Bereich der erneuerbaren Energien
In Deutschland sind aktuell mehr als 380.000 Menschen in der Erneuerbare-Energien-Branche beschäftigt. Den höchsten Anteil an diesem Beschäftigungsvolumen weist Bayern auf. Detailergebnisse einer entsprechenden Studie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (gws) und des Zentrums für Solarenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) hat jetzt die Agentur für Erneuerbare Energien präsentiert. Während die Beschäftigungseffekte in absoluten Zahlen in Bayern und Nordrhein-Westfalen besonders stark sind, ist die Bedeutung der erneuerbaren Energien für den Arbeitsmarkt vor allem in strukturschwächeren Regionen sehr hoch, teilte die Agentur für Erneuerbare Energien in Berlin mit.
Mit den Beschäftigungseffekten der Energiewende befasst sich der Titelbericht der Ausgabe 24/2012 von EUWID Neue Energien. Insgesamt umfasst die am 13. Juni erschienene Fachpublikation 79 Nachrichten und Berichte zur Energiewende auf 28 Seiten. Im Folgenden findet sich eine Kurzcharakteristik der Ausgabe (zur kompakten Übersicht gelangen Sie hier):
Übergreifende Themen
Das Voranschreiten der Energiewende manifestiert sich aktuell an verschiedenen Stellen. Im Mai erreichte die Solarstromproduktion in Deutschland mit vier Milliarden Kilowattstunden einen historischen Höchstwert. Rechnerisch kann damit der Jahresstrombedarf von mehr als einer Million Drei-Personen-Haushalten für ein Jahr lang gedeckt werden. Auch an den Großhandelsstrombörsen zeigt sich die Wirkung des massiven Ausbaus insbesondere von Photovoltaikanlagen. So lagen die Spotmarktpreise für Grundlaststrom lagen im Mai bei durchschnittlich 38,85 €/MWh und damit rund 32 Prozent unter dem Wert vom Mai 2011. Gleichzeitig weist das EEG-Umlagekonto, auf dem die Kosten für Einspeisevergütungen und Marktprämien den Einnahmen aus der Stromvermarktung und aus der EEG-Umlage gegenüber gestellt werden, für den Mai 2012 ein Minus von 522 Mio. € aus.
Den Anstieg der EEG-Differenzkosten nimmt die Politik zum Anlass, über die Zukunft des EEG zu debattieren. Führende FDP-Politiker, aber auch das Bundeskartellamt und die Monopolkommission fordern immer lauter ein Ende der Einspeisevergütung für Ökostrom nach dem EEG. Dieses soll von einem Quoten- bzw. Mengenmodell abgelöst werden, um die Kosten für erneuerbare Energien zu dämpfen. Die Erneuerbaren-Branche warnt dagegen vor einer Aushöhlung des EEG und verweisen darauf, dass die Kosten des weiteren Ausbaus der erneuerbaren Energien immer geringer werden.
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Derweil drängt EU-Energiekommissar Günther Oettinger auf eine Festlegung des Rechtsrahmens zum Ausbau der Erneuerbaren für die Zeit nach 2020. Die Kommission gehe davon aus, dass das Wachstum erneuerbarer Energie nach 2020 einbrechen wird, wenn ein geeigneter Rahmen fehlt. In acht Jahren seien die aktuellen Ziele - 20 Prozent Erneuerbare und 20 Prozent Treibhausgasreduktion im Vergleich zu 1990 - erreicht.
Weitere übergreifend relevante Berichte in EUWID Neue Energien 24/2012 thematisieren die Kritik der SPD an energiepolitischen Äußerungen von Bundespräsident Joachim Gauck, die Analysen des Umweltbundesamtes, nach denen es keinen Bedarf für neue Kohlekraftwerke gibt und eine aktualisierte Greenpeace-Studie, der zufolge erneuerbare Energien und effizientere Autos die Erschließung neuer Ölquellen überflüssig machen können. Ergänzt wird die übergreifende Berichterstattung mit aktuellen Daten zur EEG-Umlage sowie mit Preisen für Strom, Erdgas, Emissionsberechtigungen Rohstoffe und Heizöl.
Bioenergie
Im vergangenen Jahr sind über 1.300 Biogasanlagen neu ans Netz gegangen. Zu diesem Ergebnis kommt der Fachverband Biogas nach Auswertung aller aus den jeweiligen Bundesländern vorliegenden Zahlen. Insgesamt waren damit Ende letzten Jahres 7.215 Biogasanlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von 2.904 MW in Betrieb. Mit erzeugten 18,4 Mrd. kWh Strom lag der Anteil von Biogasstrom am deutschen Gesamtverbrauch damit dem Fachverband zufolge bei über drei Prozent. Der Jahresumsatz stieg infolge der positiven Entwicklung auf einen Rekordwert von knapp sieben Mrd. €.
Mit Beginn des neuen Jahres haben sich die Rahmenbedingungen für die Biogas-Produktion allerdings verschlechtert. Der Biogastechnikanbieter Haase musste Insolvenz anmelden, hat nun aber eine Investorenlösung präsentiert, nach der 190 der 240 Arbeitsplätze am Standort Neumünster erhalten bleiben. Die KTG-Gruppe bringt unterdessen ihre Biogassparte an die Börse. Der Börsengang der KTG Energie AG ist den Angaben zufolge noch für Juni 2012 geplant.
Die Bioenergieberichterstattung skizziert in Ausgabe 24/2012 von EUWID Neue Energien auch die Zweifel von Energiewirtschaft und bayerischen Bauern an den Ideen von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zu einem starken Ausbau der Biogasproduktion im Land. Zudem finden sich Unternehmensnachrichten zu Biogas Nord, Verbio, EGST und Standardkessel Baumgarte in der aktuellen Ausgabe. Die Marktberichterstattung umfasst die Carmen-Analyse zur Entwicklung der Brikettpreise, die aktuellen Biodieselpreise und die Notierungen für Getreide und Ölsaaten an den Warenbörsen.
Solarenergie
Die Solarbranche blickt nach München, wo mit der Intersolar Europe derzeit die bedeutendste Branchenmesse der Welt mit 2.000 Ausstellern und erwarteten 80.000 Besuchern stattfindet. Zu den großen Themen der Branchenleitmesse werden im laufenden Jahr neben der Produktion und Speicherung von Solarstrom auch die Elektromobilität sowie die Debatte um die Solarförderung in Deutschland zählen. Weiteres Thema der Diskussionen dürfte vor dem Hintergrund der Solarkrise in Deutschland auch der Streit mit China um Staatshilfen und eine Verzerrung des Wettbewerbs durch subventionierte chinesische PV-Konzerne sein.
Bei der umstrittenen Kürzung der Solarförderung zeichnet sich derweil offenbar eine Einigung zwischen dem Bund und den besonders betroffenen Ländern Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen ab. „Es ist deutliche Bewegung erkennbar“, sagte Sachsen-Anhalts Regierungssprecher Franz Kadell nach einem Spitzengespräch in Berlin der dpa. An dem Spitzentreffen nahmen Bundesumweltminister Peter Altmeier, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff, Thüringens Regierungschefin Christine Lieberknecht (alle CDU) und ein Vertreter Sachsens teil. „Der Ministerpräsident ist optimistisch, dass ein tragfähiges Ergebnis im Vermittlungsausschuss erzielt wird“, sagte Kadell. Der Ausschuss tagt am Mittwoch, den 13. Juni 2012, um 18 Uhr.
Weitere Berichte und Analysen im Solarbereich befassen sich in Ausgabe 24/2012 von EUWID Neue Energien unter anderem mit den Perspektiven am Markt für Solarthermie in Deutschland sowie den jüngsten Entwicklungen bei Conergy, aleo solar, Solibro, Solon, solarhybrid, Solar-Fabrik und LG. Ergänzt wird die Berichterstattung mit den aktuellen Daten zur Solarstromeinspeisung in den ÜNB-Regelzonen.
Windenergie
Die IG Metall warnt vor einem Scheitern der Offshore-Industrie in Norddeutschland. Angesichts der „politischen Untätigkeit der Bundesregierung“ drohe eine ähnliche Entwicklung wie bei der Solarindustrie, sagte Heino Bade, der bei der IG Metall Küste für Schiffbau und Offshore zuständig ist, vergangene Woche in Bremerhaven. Die Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung an der Küste sei wegen Verzögerungen bei Netzausbau und Investitionsentscheidungen in Ernüchterung umschlagen. Angesichts der Verzögerungen hat die IG Metall Küste ein Positionspapier mit Forderungen beschlossen. So sollte ein energiepolitischer Koordinator im Range eines Staatssekretärs im Bundeskanzleramt eingesetzt werden, fordern.
Der größte Projektierer von Windkraftanlagen in der Nordsee, die Windreich AG, wehrt sich gegen negative Schlagzeilen zur Windkraft. „Wir Deutschen sind die Weltmeister im Totreden“, beklagte der Vorstandsvorsitzende und Gründer des Unternehmens, Willi Balz. Für ihn ist die Windkraft „absolut grundlastfähig“, sie wäre in der Lage, beständig zu jedem Zeitpunkt eine ausreichende Menge an Strom zu produzieren. Gerade in Offshore-Anlagen im Meer sieht er dabei das größte Potenzial. „Offshore startet jetzt erst und wird in wenigen Jahren eine zentrale Rolle einnehmen“, sagte er.
Auch Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) versucht in der Debatte um den Ausbau der Windenergie im Land einen Perspektivenwechsel, um einen positiveren Blick auf den im Land umstrittenen Zubau an Windkraft zu ermöglichen. Bis zum Jahr 2050, wenn die Treibhausgasemissionen im Südwesten um 90 Prozent im Vergleich zu den Werten 60 Jahre zuvor verringert sein sollen, werde ein Bestand von insgesamt 2.400 Windkraftanlagen mit einer mittleren Größe von 3,9 MW erwartet, sagte er vergangene Woche in Stuttgart. „Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen, flächenmäßig sogar etwas kleiner als Baden-Württemberg, waren mit 2.881 Windenergieanlagen bereits Ende 2011 deutlich mehr Anlagen in Betrieb gewesen, als es nach unseren Plänen im größeren Baden-Württemberg erst im Jahr 2050 der Fall sein wird.“
Zu den weiteren Themen der Ausgabe 24/2012 im Bereich der Stromerzeugung aus Windenergie zählen aktuelle Melungen zu Siemens und Nordex sowie die Pläne der rumänischen Regierung zum Ausbau der Windenergie. Ergänzt wird die Windberichterstattung mit den Einspeisewerten von Windstrom in den ÜNB-Regelzonen.
Geothermie und Wasserkraft
Im Bereich der Geothermie befasst sich EUWID Neue Energien in dieser Woche mit Zahlen des US-amerikanischen Verbands Geothermal Energy Association (GEA) zum internationalen Marktgeschehen. Demnach ist der weltweite Geothermie-Markt in den letzten beiden Jahren deutlich gewachsen. Im Mai 2012 lag die installierte geothermische Kapazität bei etwa 11,224 GW, und im Jahr 2010 wurde aus Geothermie zweimal so viel Strom wie aus Solarenergie produziert. Die Vereinigten Staaten seien mit einer installierten Kapazität von 3,187 GW zwar weiterhin weltweit führend, würden jedoch von einem schnelleren Marktwachstum in anderen Staaten allmählich überholt, erklärte der Verband.
Im Bereich Wasserkraft liegt in der neuen Ausgabe der Fokus auf einem Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart, das sich zu Fragen einer Kraftwerkserweiterung geäußert hat. Demnach liegt im verhandelten Fall eine Erweiterung nach EEG und kein Neubau vor, so dass sich die Einspeisevergütung nach § 23 Abs. 2 EEG richtet und kein höherer Vergütungssatz eingefordert werden kann.
Die Kurzcharakteristik der vergangenen fünf Ausgaben können Sie hier einsehen:
EUWID Neue Energien – Energiewende kompakt
Das Informationskonzept von EUWID Neue Energien ist darauf abgestimmt, Leser mit knappem Zeitbudget schnell und trotzdem umfassend über die Entwicklungen in Märkten und Politik zu informieren. Die Redaktion sichtet hierzu täglich mehrere hundert Informationsquellen und spricht mit den Experten der Branche. Aus der Vielzahl der Quellen selektiert das Redaktionsteam die zentralen Fakten, recherchiert die Hintergründe und bündelt die Informationen in kompakter Nachrichtenform. Thematische Schwerpunkte von EUWID Neue Energien sind die Erzeugung von erneuerbaren Energien und die intelligente Nutzung von Energie. Neben Wirtschafts- und Politikmeldungen stehen dabei Markt- und Preisinformationen im Fokus. EUWID Neue Energien bietet unter anderem Preise für NawaRo-Holz, Pellets, Altholz, Sägerestholz, Biodiesel, Getreide und Ölsaaten, Solarmodule und Ökostrom. Auch die PV-Zubauzahlen der Bundesnetzagentur sowie Einspeisewerte für Solar- und Windstrom werden regelmäßig ausgewertet.
Der EUWID-Wochenbericht zur Energiewende bei openpr: www.openpr.de/news/640066.html.
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