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August: Vom Sommerloch keine Spur

Erneuerbare im August: Vom Sommerloch keine Spur
Bildquelle: BSW-Solar
29.12.2012 − 

In der Hauptferienzeit ist in den Medien häufig vom „Sommerloch“ die Rede – einem Synonym für die nachrichtenarme und ereignislose Zeit, in der nach Themen für die Berichterstattung gerungen wird. Der EUWID-Redaktion ging es glücklicherweise nicht so, denn die Erneuerbaren hatten in diesem Jahr keine Sommerpause, ganz im Gegenteil: Sowohl die politische Ebene als auch die Branche selbst gönnte sich keine Verschnaufpause. Somit gab es auch im August genügend Material, um die Seiten von EUWID Neue Energien zu füllen. Lesen Sie im Folgenden eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse des Monats.

In der politischen Debatte dominierte ganz klar die Zukunft des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). So kündigte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) an, Ende September einen Verfahrensvorschlag für eine grundlegende Reform des EEG vorzulegen. Damit wolle er versuchen, bis Ende des Jahres „einen politischen und gesellschaftlichen Konsens über die Ziele der Energiewende und eine Eindämmung der Kosten zu erzielen“. Länder und Kommunen sollten frühzeitig eingebunden werden.

Für Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ging es mit der Kappung der Erneuerbaren-Förderung jedoch nicht zügig genug voran. „Das muss schneller gehen. So lange können wir nicht warten“, sagte Rösler mit Blick auf Altmaiers Anmerkung, eine grundlegende EEG-Reform sei nicht mehr in der laufenden Legislaturperiode zu erwarten. Unterdessen wollte die Textilbranche die EEG-Umlage mit drei Musterklagen zu Fall bringen. Bis eine Entscheidung gefällt ist, zahlen drei mittelständische Unternehmen die Umlage nur noch unter Vorbehalt. Betreiber von Ökostromanlagen haben im Jahr 2011 laut EEG-Mengentestat eine Förderung von insgesamt 16,4 Mrd. € erhalten, was einer Steigerung von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Während die Reform des EEG noch abstrakt diskutiert wurde, gab es im Marktanreizprogramm (MAP) konkrete Neuerungen. Zum 15. August traten nämlich neue Förderkonditionen in Kraft. Belohnt wird seitdem der Einbau von Solarkollektoren, Biomasseheizanlagen oder Wärmepumpen, wenn sich Haus- und Wohnungsbesitzer für bestimmte Formen der Wärmegewinnung aus erneuerbaren Energien entscheiden. Zur Einführung einer „Abwrackprämie“ für alte Heizungen konnte sich die Bundesregierung jedoch nicht durchringen.

Auf politischer Ebene diskutiert wurde auch eine Haftungsregelung für Verzögerungen beim Netzanschluss. Bundeswirtschaftsminister Rösler schlug vor, dass die Verbraucher die Kosten mittragen sollen. Zudem soll nach seinem Willen die Planungszeit für den Bau von Stromautobahnen von zehn auf vier Jahre reduziert werden. Die geplante Haftungsregelung stieß auf geteiltes Echo, wenngleich die Offshore-Windenergiebranche dafür plädierte, verbindlich festzulegen, zu welchem Datum welche Offshore-Netzanbindung fertig gestellt sein muss.

Darüber hinaus wurde bekannt, dass der Windenergieausbau auf dem Meer in Deutschland nur schleppend vorankommt. Nach Zahlen der Deutschen WindGuard wurden im ersten Halbjahr 2012 lediglich neun Offshore-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 45 MW errichtet. Damit bleibt der Ausbau hinter den Prognosen zurück. Insgesamt wurden 414 Windenergieanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 1.004 MW zugebaut. Die bundesweit installierte Gesamtleistung aus Windenergie erreichte zum 30. Juni 2012 rund 30 GW und verteilte sich auf 22.664 Windenergieanlagen.

Im Bioenergie-Bereich berichtete EUWID Neue Energien unter anderem über die Biokraftstoffpolitik der Bundesregierung, bei der es laut dem Landwirtschaftsministerium trotz hoher Getreidepreise keine Strategieänderung geben sollte. Die EU konzentriert sich auf die Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen. Laut dem Biofuels Barometer von Eurobserver stieg die verbrauchte Menge im Jahr 2011 um drei Prozent auf 13,6 Mio. Rohöleinheiten. Die EUWID-Marktbefragung zu NawaRo-Holz vom August ergab, dass bei einem weiterhin vorherrschenden Überangebot an Waldhackschnitzeln und Landschaftspflegeholz zunehmend die Qualität über den Preis bestimmt.

Angesichts der Krise in der Solarbranche rief die Gewerkschaft IG BCE zu einem „Solargipfel“ auf. Derweil meldete SMA Solar positive Zahlen für das 1. Halbjahr. Das EBIT lag zwar mit 83,7 Mio. € 19 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz indes legte um 16,6 Prozent auf 833,7 Mio. € zu. Positive Nachrichten kamen auch aus der Solarthermie-Branche. So ist dem Verband BSW-Solar zufolge die Nachfrage nach Solarwärmekollektoren im ersten Halbjahr 2012 leicht gestiegen. Rund 50.000 Haushalte in Deutschland hatten sich für eine Solarwärme-Anlage entschieden.

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