Zeil will Geothermie-Aktivitäten in Bayern stärker vernetzen
Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) will die Geothermie im Freistaat weiter voranbringen. „ Mit der Entwicklung von bisher 21 Projekten der hydrothermalen Geothermie in Südbayern sind wir in den letzten vier Jahren mit großem Vorsprung zum Vorreiter dieser Erschließung in Deutschland und Westeuropa geworden“, sagte er. Um die vorhandenen Potenziale effizienter und gezielter zu nutzen und der Erdwärme zum Durchbruch zu verhelfen, wolle die Staatsregierung die Aktivitäten stärker vernetzen. Das gelinge nur gemeinsam mit den bayerischen Geothermieunternehmen und den Kommunen.
Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) erklärte, dass sich die bayerischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen an der Etablierung einer bayerischen Geothermie-Allianz beteiligen werden. „Damit folgen wir der strategischen Vorgabe im bayerischen Energiekonzept ‚Energie Innovativ‘ zur Gründung eines ganzheitlichen bayerischen Kompetenzzentrums für Geothermie“, sagte er.
Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums liegt das bisher erschlossene Geothermiepotenzial aus insgesamt 45 Tiefbohrungen bei rund 300 MW thermischer und bis zu 30 MW elektrischer Energie. Insgesamt werde das Gesamtpotenzial der hydrothermalen Geothermie in Südbayern auf etwa 1.800 MW thermisch und 300 MW elektrisch geschätzt. Das entspreche rund einem bis zwei Prozent des bayerischen Primärenergieverbrauchs sowie bis zu vier Prozent des bayerischen Stromverbrauchs.
Neben den hydrothermalen Vorkommen lägen die Zukunftsfelder auch in der Entwicklung von petrothermalen Projekten, Einbohrlochsystemen mit Tiefensonden und der Wärmespeicherung im Untergrund, hieß es seitens des Ministeriums weiter. „Wir benötigen für den weiteren systematischen Ausbau der Potenziale technologische Fortschritte auf allen Ebenen der Entwicklung - von der Optimierung der Vorkommenserkundung, der bohrtechnischen Erschließung und Gewinnung aus den Bohrlöchern über den Bau effizienter Kraftwerke für die Stromerzeugung und die Wärmeauskoppelung bis hin zur Nutzung der Abwärme und den koordinierten Ausbau der Wärmenetze“, betonte Zeil.
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