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In Baden-Württemberg rund 27.000 Erdwärmesonden in Betrieb

20.08.2012 − 

In Baden-Württemberg sind derzeit etwa 27.000 Erdwärmesonden mit rund 2.600 Bohrkilometern in Betrieb. Das entspricht einer rechnerischen Wärmeleistung von etwa 117 MW und einer nutzbaren Wärmemenge von rund 210 GW pro Jahr, mit der etwa 19.000 Haushalte beheizt werden könnten. Das teilte das Stuttgarter Umweltministerium in einer Antwort auf eine Große Anfrage der SPD-Fraktion im baden-württembergischen Landtag mit. Zwischen 2006 und 2009 wurden jährlich etwa 3.500 und 4.000 neue Erdwärmesonden gebaut. Mittlerweile gebe es in Baden-Württemberg über 10.000 Anlagen, die Wärme mit einer oder mehreren Erdwärmesonden gewinnen, so das Ministerium.

Im Hinblick auf die durch Geothermiebohrungen ausgelösten Schadensfälle in Staufen, Schorndorf und Leonberg erklärt das Ministerium, dass jeder Fall zu einer Verunsicherung geführt habe. Daher seien im Jahr 2011 deutlich weniger Erdwärmesondenanlagen in Baden-Württemberg neu errichtet worden. Allerdings sei dieser Trend in anderen Bundesländern ebenfalls zu verfolgen, so dass der Rückgang nicht allein auf die Schadensfälle zurückzuführen sei. Die Landesregierung begrüße die Initiativen der Wirtschaft zur Verbesserung der Qualitätssicherung bei Erdwärmesonden und werde diese weiter positiv begleiten.

Auch die Erfahrungen mit den im Oktober 2011 per Erlass eingeführten Leitlinien Qualitätssicherung Erdwärmesonden (LQS EWS) bewertet das Ministerium positiv. Durch ihre landesweit einheitliche Gültigkeit bestehe nun eine größere Transparenz und Akzeptanz bei der Geothermiebranche, die geforderten Qualitätsstandards einzuhalten. Dadurch konnten die Risiken für neue Schadensfälle deutlich reduziert werden. Die Geothermiebranche sehe die nunmehr vorgeschriebene verschuldungsunabhängige Versicherung als Wettbewerbsvorteil. Insgesamt sei die Resonanz auf die LQS EWS positiv. Parallel zu den Leitlinien wurde darauf geachtet, dass Wärmepumpenanlagen mit Erdwärmesonden weiterhin bezahlbar bleiben.

Aus Sicht des Umweltministeriums ist die Entwicklung von standardisierten Sanierungs- und Rückbauverfahren für Erdwärmesonden notwendig. Zudem sollte an neuen Baustoffen für die dauerhafte Abdichtung von Erdwärmesonden gearbeitet werden. Darüber hinaus hält das Ministerium die Weiterentwicklung von Verfahren zur Qualitätskontrolle für erforderlich.

Weiter teilte das Ministerium mit, dass es die Perspektiven bei der Nutzung von Erdwärme insgesamt positiv sehe. „Das liegt daran, dass die Nutzung der oberflächennahen Geothermie energetisch deutlich effizienter ist, als dies bei den ebenfalls oft eingesetzten Luft-Wasser-Wärmepumpen der Fall ist“, heißt es in der Antwort. Aussagen hinsichtlich zukünftiger Anteile der Wärmepumpentechnik an der Gebäudebeheizung oder der Warmwasserbereitung seien jedoch nicht möglich. Das liege daran, dass die Technologieentwicklung im Bereich der stromerzeugenden Heizungen, der kleinen Kraft-Wärme-Kopplung, weiter fortschreiten werde. Letztlich sei es entscheidend, für das jeweilige Objekt das effizienteste System zu verwenden. Dabei werde die Wärmepumpentechnik zukünftig eine wichtige Rolle spielen.


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