Partner bauen Wasserstoff-Tankstelle an BER
Am künftigen neuen Hauptstadtflughafen BER können Wasserstofffahrzeuge ab Herbst 2013 mit „grün“ erzeugtem Wasserstoff betankt werden. Der Baustart des Pilotprojekts erfolgte vergangene Woche, wie die beteiligten Unternehmen mitteilten. Das Projekt wird von dem Windenergieunternehmen Enertrag, dem Industriegasekonzern Linde und dem Energieunternehmen Total durchgeführt.
Das Projekt erweitert die bereits in Betrieb genommene Total Station an der Zufahrt zum BER um einen Wasserstoffkomplex. Den erforderlichen Strombedarf liefert ein eigens dafür geplanter Windpark von Enertrag. Außerdem tragen Solarpanele des Total Tochterunternehmens SunPower auf dem Tankstellendach zur umweltfreundlichen Energiebilanz des Projekts bei. Die Pilotanlage zur Nutzung von grünem Wasserstoff am BER soll außerdem einen Forschungscampus beinhalten.
Mit 100 Prozent regenerativ gewonnener Elektrizität wird Wasser in einem von Enertrag betriebenen Elektrolyseur in seine Bestandteile Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H2) aufgespalten. Der 500-kW-Druckektrolyseur (45 bar) produziert über 200 kg grünen Wasserstoff am Tag. Dies entspricht etwa 50 Tankfüllungen von Brennstoffzellenautos. So dient Wasserstoff als Speicher für Strom, der etwa bei zu starkem Windaufkommen nicht ins Netz eingespeist werden kann. Linde ist für Entwicklung, Installation und den technischen Betrieb der Wasserstoff-Tankstelle verantwortlich. Dazu gehören ein 45-bar-Hochtank, der H2-Verdichter und die Speicherung in 450-bar-Flaschenspeichertanks. Darüber hinaus versorgt Linde künftig einige seiner Industriekunden mit grünem Wasserstoff aus Schönefeld.
Zudem betreibt der umweltfreundlich erzeugte Wasserstoff ein von 2G Energietechnik produziertes Blockheizkraftwerk (BHKW), das den grünen Energieträger in Wärme und Strom rückverwandeln kann. Ein von McPhy bereitgestellter Feststoffspeicher nimmt bis zu 100 kg des aus der Elektrolyse fluktuierend erzeugten Wasserstoffs auf und stellt somit eine kontinuierliche Versorgung des BHKW (Kraft-Wärme-Kopplung) sicher. Alternativ ist das Kraftwerk auch für den Einsatz mit Erdgas (10 Prozent Bio-Anteil) geeignet.
Die Investitions- und Betriebskosten (Wartung und Instandhaltung) bis Mitte 2016 belaufen sich für alle Partner zusammengenommen auf rund zehn Mio. €. Linde und Total investieren jeweils über drei Mio. €, Enertrag trägt zwei Mio. €, 2G eine Mio. € und McPhy 800.000 €.
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