Mit Wasserstoff geladene Chemikalie soll Wasserstoffauto zum Durchbruch verhelfen
Die Professoren Wolfgang Arlt und Peter Was-serscheid von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben ein Konzept zur Speicherung und zum Transport regenerativer Energie für mobile Anwendungen vorgestellt. Mittels eines flüssigen Wasserstoffträgers wollen die Forscher damit dem Wasserstoffauto zum Durchbruch verhelfen. Die Technologie nutzt laut FAU sogenannte „Liquid Organic Hydrogen Carriers“ (LOHC). Diese Stoffe können mit Wasserstoff be- und entladen und mittels bestehender Infrastruktur verteilt werden, heißt es in einer Mitteilung der Universität. Kern der Forschung ist aktuell die Chemikalie N-Ethylcarbazol als energiearme Form, kurz: Carbazol. Die neuartige Technologie basiert auf einem Patent der Firma Air Products von 2004.
Carbazol ist flüssig und kann wie herkömmlicher Kraftstoff behandelt werden. Die bisher wenig bekannte Chemikalie speichert Wasserstoff und gibt ihn über ein System im Auto an die Brennstoffzelle - oder auch den Verbrennungsmotor - ab. Anders als Diesel oder Benzin wird das Carbazol selbst dabei nicht verbraucht, es kann immer wieder neu mit Wasserstoff aufgeladen werden. An der Tankstelle würde das energiearme Carbazol nach dem Konzept der Forscher aus dem Auto abgepumpt und durch frisches, mit Wasserstoff angereichertes ersetzt. Für den Autofahrer würde sich dabei nur die Form der Zapfpistole ändern. Die bestehende Tankstelleninfrastruktur könnte - abgesehen von dieser Ausnahme -weiter genutzt werden, so Wolfgang Arlt.
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