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Windenergie im Wald: Verteilung nach Bundesländern

Die Windenergie in Waldflächen ist ein besonders umstrittenes Thema im Bereich des Onshore-Windenergieausbaus. Aber wie verteilen sich die entsprechenden Flächen auf die einzelnen Bundesländer?
Bildquelle: Rudolpho Duba / Pixelio
10.05.2017 − 

Die Windenergie in Waldflächen ist ein besonders umstrittenes Thema im Bereich des Onshore-Windenergieausbaus. Aber wie verteilen sich die entsprechenden Flächen auf die einzelnen Bundesländer?

Nach Erhebungen der FA Windenergie an Land (FA Wind) waren Ende 2016 in Deutschland 1.522 Windenergieanlagen und damit fünf Prozent des gesamten Anlagenbestands auf Waldflächen in Betrieb.

Diese verfügen über eine elektrische Gesamtleistung von knapp 3.920 Megawatt (MW), was acht Prozent der insgesamt installierten Windenergieleistung in Deutschland entspricht. 80 Prozent der Anlagen im Wald wurden zwischen 2010 und 2016 errichtet.

Bislang stärkster Zubau im Jahr 2016 mit 379 Neuanlagen

Den bislang stärksten Zubau im Wald gab es 2016 mit bundesweit 379 Neuanlagen und einer Gesamtleistung von 1.068 MW. Im Jahr 2015 wurden 274 neue Windturbinen (761 MW) an Waldstandorten errichtet und im Jahr davor 220 Anlagen (593 MW). 2013 gingen 149 Windräder (422 MW), 2012 insgesamt 101 (293 MW) auf Forstflächen in Betrieb. 2011 waren es 89 Anlagen (205 MW) in Wäldern und im ersten Jahr der Erfassung wurden bundesweit 40 Windenergieanlagen (79 MW) auf Forstflächen gebaut

Regionale Schwerpunkte im Süden und Westen Deutschlands

Die Verteilung des Anlagenbestands innerhalb der Bundesländer fällt sehr heterogen aus. Während in Norddeutschland Waldstandorte für die Windenergie nahezu gänzlich tabu sind, liegt in den Bundesländern im Süden und Westen die Zahl der Windturbinen im Wald meist im dreistelligen Bereich. In Ostdeutschland ist bis lang nur in Brandenburg und in geringem Umfang in Sachsen die Windenergie im Wald vertreten.

Meiste Windräder auf Waldflächen drehen sich in Rheinland-Pfalz

Die meisten Windräder auf Waldflächen standen Ende 2016 in Rheinland- Pfalz (397), gefolgt von Brandenburg (282) und Hessen (273). In Bayern waren es 246 und in Baden-Württemberg 202 Windturbinen, die sich über Baumkronen drehten.

Insbesondere die unterschiedlichen rechtlichen Vorgaben in den Bundesländern sorgen für die unterschiedliche Nutzung der Waldgebiete für die Windenergie. So ist derzeit lediglich in sieben Bundesländern die Nutzung von Waldstandorten für die Windenergie zulässig: Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Nordrhein- Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Ausschlusskriterien in den Ländern unterschiedlich geregelt

In Sachsen stehen heute in geringem Umfang Windenergieanlagen im Wald, die allerdings zu Zeiten genehmigt und errichtet wurden, als die dortige Landesraumordnung diesbezüglich keine Einschränkungen machte. In Thüringen hat die rot-rot-grüne Landesregierung im Sommer 2016 erstmals mit einem Windenergieerlass die Voraussetzungen für den Ausbau von Windkraftanlagen im Wald geschaffen.

In Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg -Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie in Schleswig-Holstein werden aufgrund entsprechender Vorgaben des Landesgesetzgebers derzeit keine Windanlagen an Waldstandorten errichtet, wobei die Ausschlusskriterien in den Ländern unterschiedlich geregelt sind.

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