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Q-Cells muss neuen Anlauf bei Restrukturierung der Finanzen nehmen

24.01.2012 − 

Die Q-Cells SE muss einen neuen Anlauf bei der Restrukturierung ihrer Finanzen nehmen. Wie das Unternehmen heute bekannt gab, hat das Landgericht Frankfurt gestern entschieden, dass die Bestellung eines Gemeinsamen Vertreters, der die 2012 fällig werdende Wandelschuldverschreibung hätte stunden können, nicht rechtskräftig sei. Q-Cells werde gegen die Entscheidung des Landgerichts Rechtsmittel einlegen und vor das Oberlandesgericht Frankfurt ziehen, heißt es weiter.

Aufgrund der Unwägbarkeit einer rechtzeitigen Entscheidung des OLG seien nunmehr voraussichtlich Individualvereinbarungen mit den Inhabern der Ende Februar 2012 fälligen Wandelschuldverschreibung erforderlich, die eine zeitlich gestaffelte Teilrückzahlung des ausstehenden Anleihevolumens beinhalten sollen. Das Unternehmen werde den Gläubigern dafür zeitnah ein öffentliches Angebot unterbreiten. In einem zweiten Schritt sollen kurzfristig mittels eines Schulden- und Kapitalschnitts (Debt-to-Equity-Swap) die 2014 und 2015 fälligen Wandelschuldverschreibungen in Eigenkapital überführt werden.

Wie Q-Cells weiter bekannt gab, wird auf Basis eines Ende 2011 aktualisierten und validierten mittelfristigen Geschäftsplans eine Neubewertung der Beteiligungsansätze von Tochtergesellschaften sowie des Sachanlagevermögens vorgenommen. Diese Neubewertung ziehe im Einzelabschluss der Q-Cells SE nach HGB einen Fehlbetrag nach sich, der zum Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals zum 31. Dezember 2011 führe, heißt es weiter. Zu diesem Stichtag weist der Einzelabschluss nach HGB den Angaben zufolge ein negatives Eigenkapital aus. Der endgültige Jahresfehlbetrag steht derzeit noch nicht fest. Der Verlust des Grundkapitals löst die Pflicht zur unverzüglichen Einladung der Aktionäre zu einer außerordentlichen Hauptversammlung aus, berichtet das Unternehmen. Die Einladung werde in den nächsten Tagen mit der Veröffentlichung der Tagesordnung erfolgen.

Die bilanziellen Wertkorrekturen nach HGB sind laut Q-Cells nicht zahlungswirksam und haben deshalb keinen unmittelbaren Einfluss auf die Liquidität der Gesellschaft. Der Geschäftsverlauf im vierten Quartal 2011 lag „im Rahmen der Erwartungen“, heißt es weiter. Für das abgeschlossene Geschäftsjahr könne die Umsatzprognose  von rund einer Mrd. € bestätigt werden, die Liquiditätsprognose (bis zu 300 Mio. €) wurde mit 304 Mio. € leicht übertroffen.

Der mittelfristigen Geschäftsplanung zufolge will Q-Cells 2013 wieder ein positives EBITDA und 2014 dann auch wieder ein positives EBIT erwirtschaften. Die Umsätze werden laut Planung zunächst auf 865 Mio. € im Jahr 2012 zurückgehen und dann bis 2015 auf 1.322 Mio. € steigen. Beim EBIT erwartet die Gruppe für 2012 ein Minus von 90 Mio. € vor Restrukturierungskosten, das dann im Jahr 2013 auf -24 Mio. €  verringert werden soll. Nach +8 Mio. € im Jahr 2014 rechnet die Gruppe im Jahr 2015 dann mit einem positiven Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 54 Mio. €.

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