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Brüssel will Infrastruktur für alternative Kraftstoffe ausbauen

Brüssel will Infrastruktur für alternative Kraftstoffe ausbauen
Bildquelle: Daimler AG
21.01.2013 − 

Die Europäische Kommission will in Kürze eine EU-Richtlinie zum Aufbau einer Infrastruktur für alternative Kraftstoffe vorschlagen. Vorgesehen ist der Aufbau von acht Mio. Ladepunkten für Elektroautos, wovon 799.000 öffentlich zugänglich sein sollen. Zusätzlich soll es ein dichtes Netz von Erdgas- und Wasserstoff-Tankstellen geben, wie aus einem Richtlinienentwurf der Kommission hervorgeht. Außerdem sollen Verbraucher an den Tankstellen, beim Autokauf, bei den Prüfstellen wie dem TÜV in Deutschland und in den Fahrzeugen „klar und einfach“ erkennen können, welchen Kraftstoff ihr Auto braucht.

Bis 2020 sollen mindestens zehn Prozent des Energiebedarfs im Verkehr mit erneuerbarer Energie gedeckt werden. Der Text wird derzeit in der EU-Kommission zwischen den einzelnen Generaldirektionen abgestimmt. Jeder Mitgliedstaat soll der Kommission Pläne zum Aufbau eines Netzes für alternative Kraftstoffe vorlegen. In der Richtlinie sollen laut dem Entwurf aber für einige Kraftstoffe bereits Details festgelegt werden. So ist für jeden Mitgliedstaat eine Mindestzahl an Ladestationen für Elektrofahrzeuge vorgesehen.

Deutschland müsste als flächengrößtes Land die meisten Ladepunkte aufbauen - über 1,5 Mio. und 150.000 davon öffentlich zugänglich. Das entspricht dem Bedarf, den die Nationale Plattform Elektromobilität für 2020 in Deutschland prognostiziert hat. Derzeit gibt es laut der Plattform etwa 2.200 öffentlich zugängliche Ladepunkte, wovon sich aber nur die Hälfte im „rein öffentlichen Raum“ wie Straßen befindet.

Die öffentlichen Lademöglichkeiten sollen mit intelligenten Systemen ausgestattet sein, damit die Fahrzeuge aktiv zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen können. Bei Stromüberfluss sollen sie als Speicher herhalten. In dem Gesetzentwurf wird betont, dass dabei auch die Strompreise für das Batterieladen den Preisen auf dem Großhandelsmarkt angepasst werden sollten, damit die Verbraucher möglichst zu Zeiten ihr Fahrzeug laden, in denen zum Beispiel durch starken Wind zu viel Strom im Netz ist.

Darüber hinaus sollen die Mitgliedstaaten ein Netz an Tankstellen für alle anderen verfügbaren alternativen Kraftstoffe wie etwa Wasserstoff, Erdgas (CNG, compressed natural gas), Autogas (LPG, liquified petroleum gas) und verflüssigtes Erdgas (LNG, liquified natural gas) aufbauen. Autogas ist mit einem Anteil von drei Prozent an den Kraftstoffen der derzeit in der EU am weitesten verbreitete alternative Kraftstoff, geht aus dem Dokument weiter hervor.


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