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– Die im Bereich der erneuerbaren Energien tätigen Firmen wollen in diesem Jahr rund 5,5 Mrd. € investieren, um sich für das atomfreie Energiezeitalter zu rüsten. Dies ergab eine Unternehmensbefragung, die am letzten Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. „Das Kernergebnis lautet, dass wir im laufenden Jahr vier Mrd. € in Produktionskapazitäten investieren sowie weitere 1,5 Mrd € in Forschung und Entwicklung“, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), Björn Klusmann. Bis 2014 erhöhen sich die Investitionen der Umfrage zufolge voraussichtlich auf 6,2 Mrd. € pro Jahr.
Für 2011 erwarten knapp 71 Prozent der Un-ternehmen weiter steigende Umsätze, für 2014 gehen gar 77,4 Prozent der Unternehmen von einem Umsatzplus aus. Etwas mehr als zwei Drittel der Investitionen, deren weitaus größerer Teil in den Strombereich fließt, werden in Deutschland getätigt. Allerdings rechnen die befragten Marktteilnehmer damit, dass sich das Geschäft tendenziell stärker ins Ausland verlagern wird.
In die Strom-Produktionskapazitäten werde die Branche im laufenden Jahr etwas mehr als 3,8 Mrd. € investieren, im Wesentlichen in Photovoltaik und in Windenergie, während im Biogas-Bereich 109 Mio. € investiert werden. Ähnlich Relationen zeichnen sich auch für 2014 ab. Dann sei mit Investitionen in die Windenergie in Höhe von knapp 1,9 Mrd. €, in die Photovoltaik mit 2,1 Mrd. € sowie bei Biogas mit 113 Mio. € zu rechnen. Die Geothermie-Investitionen werden der Umfrage zufolge mit 93 bis 94 Mio. € stabil bleiben.
Hinsichtlich der Produktionskapazitäten zur Wärmeerzeugung stehen für 2011 Investitionen von insgesamt 217 Mio. € an, davon rund 91 Mio. € für Biomasse, 93 Mio. € für die Solarthermie und 32 Mio. € für den Bereich Wärmepumpen. Für das Jahr 2014 wird mit einem Anstieg der Investition auf insgesamt 231 Mio. € gerechnet, von denen knapp 94 Mio. € auf Bioenergie, 103 Mio. € auf Solarthermie und 34 Mio. € auf die Wärmepumpentechnologie entfallen.
Die Branche liefere nicht nur Technik und Know-how für einen schnellen Atomausstieg und die Energiewende, sagte Klusmann. Sie stärke den Standort Deutschland mit Milliardeninvestitionen und sichere eine Spitzenposition im globalen Wettbewerb um grüne Technologien. Sowohl der hohe Ölpreis als auch die mögliche Zäsur in der Atompolitik hätten eine sehr hohe Bedeutung für die Branche.
Der BEE-Geschäftsführer betonte angesichts der Atomwende von Union und FDP: „Wir haben unsere Ausbauszenarien nicht anpassen müssen.“ Denn in der „kurzen Episode der Laufzeitverlängerung“ seien die Prognosen nicht nach unten korrigiert worden. „Wir können die Kernkraft bis spätestens 2020 ersetzen.“ Es gehe nicht darum, „Milliarden-Strohfeuer“ abzubrennen, sondern jetzt gezielt die Weichen für eine wachsende Versorgung durch Ökoenergien zu legen. Die Branche strebt bis 2020 einen Ökostrom-Anteil von 47 Prozent an.
Die Befragung wurde vom Forschungsinstitut EuPD Research, dem Wuppertal Institut und dem Deutschen CleanTech Institut im Auftrag des BEE, der Agentur für Erneuerbare Energien und der Hannover Messe durchgeführt. Mit 304 Unternehmen verzeichnete die Umfrage eine Rücklaufqoute von 17 Prozent.
06.04.2011
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