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– Ein beschleunigter Ausbau der Windenergie hätte im Südwesten starke positive Effekte auf Wirtschaft, Beschäftigung und Umweltschutz. Zu diesem Ergebnis kommt die am 21. März veröffentlichte Studie „Wertschöpfung und Beschäftigung durch Windenergie in Baden-Württemberg“ des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW). Demnach könnte die Zahl der Beschäftigten im Windkraftsektor von heute 2.750 auf 6.615 im Jahr 2020 anwachsen. Land und Kommunen würden durch eine Zunahme der Wertschöpfung um fast das Dreifache auf 387,6 Mio. € profitieren, rechnet das Institut vor. Das würde der Studie zufolge dreimal mehr Steuereinnahmen, Einkommen und Unternehmensgewinne im Land bedeuten. Zudem könnten die Energiekosten im Land gesenkt und die Abhängigkeit von Stromimporten deutlich vermindert werden, heißt es weiter.
„Baden-Württemberg muss endlich sein großes
Windkraftpotenzial ausschöpfen“
Die Untersuchung im Auftrag des Bundesverbands WindEnergie (BWE) und von Greenpeace geht davon aus, dass der Bestand an Windkraftanlagen in dem Bundesland bis zum Jahr 2020 verfünffacht werden kann. Der BWE und Greenpeace fordern daher von der Landesregierung eine Abkehr von Atom- und Kohlestrom und einen schnelleren Ausbau der Windenergie, als aktuell geplant.
Wie aus der Studie weiter hervor geht, entfällt ein Großteil der Wertschöpfung in den drei betrachteten Szenarien auf die Produktion von Anlagenkomponenten. Lediglich in dem an der Ausarbeitung von Joachim Nitsch angelehnten Szenario Nachhaltigkeit 2010/2050 gewinnen die vom Bestand und Zubau abhängigen Wertschöpfungsstufen in Baden-Württemberg an Bedeutung, heißt es in der IÖW-Studie weiter.
Mit dem IÖW-Modell lassen sich neben den Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekten auch die vermiedenen CO2-Emissionen und die vermiedenen Kosten für die Verringerung der fossilen Brennstoffimporte ermitteln. Insgesamt konnten durch die Nutzung von Windenergie in Baden-Württemberg im Basisjahr 2010 rund 18,1 (reales Windjahr) bzw. 22,9 Mio. € (normales Windjahr) an Kosten für fossile Brennstoffimporte eingespart werden.
Im Jahr 2020 ergeben sich durch die zunehmende Substitution fossiler Energieträger durch Windenergie und einem kontinuierlichen Anstieg der Importpreise den Angaben zufolge rund 134,4 (Energiekonzept) bzw. 511,7 Mio. € (Szenario Nachhaltigkeit) vermiedene Importkosten in Baden-Württemberg. Rund 3,3 Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid könnten durch die Produktion von Windstrom im Land vermieden werden.
„Baden-Württemberg muss endlich sein großes Windkraftpotenzial ausschöpfen. Der Südwesten bleibt sonst in Deutschland dauerhaft das Schlusslicht bei der Nutzung dieser Zukunftstechnologie“, sagt Andree Böhling, Energieexperte bei Greenpeace. „Es wäre energie- und wirtschaftspolitisch geradezu abenteuerlich, den Ausbau der Windenergie jetzt nicht massiv zu beschleunigen.“
Im Jahr 2010 wurden in Baden-Württemberg gerade einmal acht Windkraftanlagen zugebaut. Um die möglichen positiven wirtschaftlichen Effekte auszuschöpfen, sollten laut Studie jährlich rund 70 bis 80 Windkraftanlagen gebaut werden. Das entspricht der derzeitigen Ausbaurate im Bundesland Rheinland-Pfalz. Die Windkraftleistung in Baden-Württemberg könnte so bis 2020 auf rund 2.400 Megawatt erhöht werden.
06.04.2011
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