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– Die EU-Kommission hat am 8. März den „Energieeffizienzplan 2011" angenommen, der durch konkrete Maßnahmen größere Energieeinsparungen ermöglichen soll. „Unseren Schätzungen zufolge müssen trotz der bereits erzielten Fortschritte weitere entschlossene und koordinierte Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz eingeleitet werden, da die EU ansonsten ihr Ziel, bis 2020 Energieeinsparungen von 20 Prozent zu erzielen, nicht erreichen wird", sagte EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Nach den letzten Berechnungen der Kommission würden bis 2020 nur Einsparungen in Höhe von 9 Prozent und damit weniger als die Hälfte des EU-Ziels erreicht. Im Folgenden sind zentrale Bestandteile des Energieeffizienzplans dargestellt:
Öffentlicher Sektor
• Die öffentliche Hand soll jährlich mindestens 3 Prozent ihres Gebäudebestands energetisch sanieren und damit das Sanierungstempo verdoppeln. Die Gebäude sollten nach Abschluss der Sanierung mit Blick auf ihre Energieeffizienz zu den besten zehn Prozent des Gebäudebestands zählen.
• Bei der Beschaffung soll die öffentliche Hand systematisch Energieeffizienzkriterien berücksichtigen. Aufgrund des großen Volumens öffentlicher Ausgaben könne dies einen starken Impuls auf die Energieeffizienzmärkte ausüben.
Private Gebäude
• Die Mitgliedstaaten sollen Maßnahmen ergreifen, um das Investor-Nutzer-Dilemma im Bereich von vermieteten Gebäuden zu verringern. Gleichzeitig sollen die EU-Länder die Rahmenbedingungen für Energiedienstleistungsmärkte verbessern (vgl. dazu oben stehenden Bericht)
Energieversorger
• Energieversorger sollen ihre Kunden in die Lage versetzen, den Energiekonsum zu verringern. Ein mögliches Modell hierfür liefere Großbritannien. Dort seien Strom- und Gasversorger rechtlich verpflichtet, den Energieverbrauch ihrer Kunden um ein definiertes Niveau zu senken. Hierfür erforderliche Investitionen wie etwa in neue Fenster dürfen über die Energiepreise wieder hereingeholt werden. Alternativ könnten Energiedienstleister die erforderlichen Investitionen übernehmen.
Industrieunternehmen
• Große Unternehmen sollen zu regelmäßigen unabhängigen Energie-Audits verpflichtet werden, die sie selbst organisieren sollen. Ferner sollten die Mitgliedstaaten Anreize zur Einrichtung von Energiemanagement-Systemen auf Unternehmensseite setzen.
• Für mittlere und kleine Unternehmen sollten Möglichkeiten zum Austausch von „Best-practice"-Modellen geschaffen werden.
Die EU-Kommission erhofft sich von der Umsetzung der im Energieeffizienzplan vorgeschlagenen neuen in Verbindung mit bereits ergriffenen Maßnahmen erhebliche wirtschaftliche Effekte. So könnten jährliche Einsparungen in einer Größenordnung von 1.000 € pro Haushalt erreicht werden, heißt es. Gleichzeitig könnten bis zu 2 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen und die Wettbewerbsfähigkeit Europas verbessert werden.
Die Maßnahmen in den Bereichen Smart Metering und Smart Grids, die aus Sicht der Kommission ebenfalls eine hohe Bedeutung für die Hebung der Energieeffizienzpotenziale besitzen, sollen in den kommenden Monaten kommuniziert werden.
16.03.2011
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